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Kultur

Fünf Mädchen beim Überfall auf eine US-Schule getötet

Ein Mann ist in eine Dorfschule im US-Staat Pennsylvania eingedrungen und hat fünf Mädchen getötet. Es ist das dritte Mal innerhalb einer Woche, dass es in den USA zu einem bewaffneten Schulüberfall gekommen ist.

Die Dorfschule in Nickel Mines aus der Vogelperspektive

Die Dorfschule in Nickel Mines

Der 32-Jährige verletzte am Montag (2.10.2006) mindestens sieben weitere Schülerinnen der von der Amischen-Religionsgemeinschaft betriebenen Schule in der Gemeinde Nickel Mines.

Eine Gruppe von Männern der Amischen warten während des Überfalls vor der Schule

Eine Gruppe von Männern der Amischen warten während des Überfalls vor der Schule

Der Mann wollte nach Angaben der Polizei offenbar aus Rache gezielt Mädchen töten. Bevor er auf seine weiblichen Opfer schoss, habe er ihre männlichen Schulkameraden aus dem Klassenraum geschickt. Er ließ außerdem die Lehrerin und drei weitere Frauen mit Kleinkindern gehen. Sie verständigten die Polizei. Nach der Tat erschoss sich der Mann.

Mehrere Schusswaffen

Einem Bericht des US-Senders CNN zufolge wurde der 32-Jährige Täter als Charles Carl Roberts identifiziert. Er sei mit drei Schusswaffen, einem Elektroschocker und zwei Messern bewaffnet in die Schule eingedrungen.

Er habe die Mädchen der Klasse vor der Schultafel aufgereiht, sie an den Füßen gefesselt und "im Stil einer Hinrichtung" auf sie geschossen, berichtete ein Polizeisprecher. Drei Mädchen waren sofort tot, zwei weitere starben später im Krankenhaus, wie US-Medien berichteten. Die getöteten Schülerinnen sollen zwischen 6 und 16 Jahre alt gewesen sein.

Unklares Motiv

Vor der Tat hatte Roberts, selbst Vater von drei Kindern, in einem Telefonat mit seiner Frau gesagt, er wolle sich für etwas rächen, was sich vor 20 Jahren ereignet habe. Nach Angaben der Polizei ließen die Zahl der Waffen, die Menge der Munition und weitere mitgeführte Gegenstände darauf schließen, dass sich der Täter ursprünglich auf eine längere Belagerung eingestellt hatte. In der Schule werden Kinder verschiedener Altersstufen zusammen in einem Klassenraum unterrichtet.

Die Polizei sieht in der Tat bisher keinen gezielten Akt gegen die Amischen. Vermutlich habe Roberts die Schule ausgewählt, weil er in der Nähe wohnte und möglicherweise glaubte, es sei besonders einfach in diese Schule zu gelangen. Roberts habe die Tat geplant. Er habe mehrere Nachrichten an seine Familie hinterlassen, die allerdings wenig Sinn ergäben, sagte ein Polizeisprecher.

Religionsbewegung der Amischen

Die Gemeinde Nickel Mines liegt etwa 85 Kilometer von Philadelphia entfernt im Amischen-Land. Die Amischen sind eine christliche Religionsbewegung und lehnen die Benutzung fast aller modernen Technik wie Fernsehen und Telefon ab. Generell schotten sie sich aus religiösen Gründen weitgehend von der Gesellschaft ab. Die meisten Amischen sprechen einen altdeutschen Dialekt. Wesentliche Wurzeln der Glaubensgemeinschaft liegen in der Schweiz, dem Rheinland und der Pfalz.

Zwei weitere Bluttaten in Schulen in sieben Tagen

Erst wenige Tage zuvor war ein Schuldirektor im US-Bundesstaat Wisconsin von einem Schüler erschossen worden, der sich gemobbt fühlte. In Colorado tötete ein Mann in einer High School eine Schülerin, nachdem er zuvor sechs Mädchen sexuell angegriffen hatte. Die US-Regierung will in einer Woche eine Konferenz einberufen, die sich mit der Welle der Gewalt an Schulen befasst. (kap)