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Aktuell Asien

Fünf Jahre Haft für Bollywood-Star Khan

Er zählt zu den Superstars des indischen Kinos. Jetzt muss Salman Khan wegen einer Trunkenheitsfahrt mit Todesfolge für fünf Jahre ins Gefängnis. Seine Karriere dürfte beendet sein.

13 Jahre nach dem Unfalltod eines Obdachlosen ist Bollywood-Leinwandheld Salman Khan wegen fahrlässiger Tötung und Fahrerflucht zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Mumbai befand den 49-jährigen Schauspieler für schuldig, 2002 in betrunkenem Zustand die Kontrolle über seinen Geländewagen verloren und mehrere auf einem Gehweg schlafende Obdachlose überfahren zu haben, von denen einer tödlich verletzt worden war. Richter D.W. Deshpande glaubte Khan nicht, dass damals sein Fahrer hinter dem Steuer saß.

Volltrunken auf der Flucht

Das jetzige Urteil stützt sich auf zahlreiche Zeugenaussagen, darunter die eines Polizisten. Einer der Obdachlosen, die verletzt worden waren, berichtete, Khan sei so betrunken gewesen, dass er auf der Flucht mehrfach gestürzt sei. Es wird erwartet, dass Khans Anwälte Berufung vor einem höheren Gericht einlegen.

Khan in einer Show des indischen Fernsehens (Foto: AFP/Getty Images)

Khan in einer Show des indischen Fernsehens

Khan ist einer der bekanntesten und am besten bezahlten Schauspieler Indiens - und eine der großen Macho-Figuren des Bollywood-Kinos. Das Image des Schurken haftet ihm auch als Privatmann an: Er stand bereits mehrfach vor Gericht und wurde etwa wegen Wilderns einer seltenen Gazelle Ende der 1990er zu fünf Jahren Haft verurteilt. Er verbrachte aber nur drei Tage hinter Gittern, ehe er auf Kaution freikam.

Großes Medieninteresse

Der Prozess erregte in Indien enormes Aufsehen. "Der Tag des jüngsten Gerichts für Salman" lautete die Schlagzeile auf der Titelseite der "Time of India". Zahlreiche Fernsehteams belagerten sein Haus und das Gerichtsgebäude. Bei der Verkündung des Urteils wirkte Kahn völlig fassungslos, wie ein AFP-Reporter im Gerichtssaal beobachtete. Mit der fünfjährigen Haftstrafe dürfte Khans Karriere beendet sein. Medienberichten zufolge würden dadurch Verträge und Filmprojekte Khans im Volumen von 31 Millionen Dollar platzen.

wl/fab (dpa, afp)