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Bücher

Fünf Exilautoren und ihre Kriegsgedichte

Was verbindet Krieg und Poesie? Dieser Frage ging die Schriftsteller-Vereinigung PEN in Köln nach. Fünf Exilautoren lasen aus ihren Gedichten. Das Fazit: Die Macht des Wortes kann groß sein.

Alle Exilautoren, die an diesem Abend in Köln aus ihren Werken lasen, mussten ihr Land verlassen. Sie berichteten von Flucht und Verfolgung wie der Syrer Yamen Hussein, von langen Jahren im Gefängnis wie der Kameruner Enoh Meyomesse oder von bangen Fragen an die Zukunft wie die Tschetschenin Maynat Kurbanova.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters und PEN-Präsident Joseph Haslingerimk Porträt. Foto: DW/S. Dege

Kulturstaatsministerin Monika Grütters und PEN-Präsident Joseph Haslinger

Die deutsche Kulturstaatsministerin Monika Grütters sprach von Krieg und Poesie als einem Paar, das nicht zusammenpasse: "Verrohung und Behutsamkeit, zerstörerische und schöpferische Kraft, eine Verbindung des Schlechtesten und des Besten, dessen Menschen fähig sind." Während die Alltagssprache im Krieg an Kraft verliere, weil gewöhnliche Worte das Grauen nicht fassen könnten, so Grütters, "kann die Kraft eines Gedichtes, also Poesie, den Krieg überdauern."

Eine Bühne für verfolgte Schriftsteller

Über Jahrhunderte habe Poesie auch zur Kriegsverherrlichung gedient, erinnerte PEN-Präsident Joseph Haslinger. Doch sei diese Zeit vorbei. "Die Poesie ist niemandem zur Dienerschaft verpflichtet. Sie lebt vom freien Wort", betonte Haslinger. Dem habe der PEN jetzt eine Bühne verschaffen wollen, vor allem solchen Menschen, die Krieg erleiden mussten und deshalb nach Deutschland gekommen seien.

Porträt des Kameruners Enoh Meyomesse. Foto: DW/S. Dege

Enoh Meyomesse

Die fünf Exil-Autoren des Abends sind oder waren allesamt Stipendiaten des Writers-in-Exile-Programms der deutschen Schriftstellervereinigung. Bundesregierung und PEN haben es vor 17 Jahren gemeinsam für verfolgte Schriftsteller aufgelegt. Aktuell betreut es insgesamt zehn Autorinnen und Autoren aus Bangladesh, Russland, Jemen, Vietnam, Syrien und Kolumbien.

Die Macht des Wortes

Was die Freiheit des Wortes in der Welt betrifft, so blicke sie "nicht sehr freudvoll" in die Zukunft, sagte die Writers-in-Exile-Beauftragte des PEN, Franziska Sperr. Die Machthaber hätten Bomben und brauchten nur auf einen Knopf zu drücken - doch fürchteten sie sich vor den Schriftstellern. "Das ist beruhigend. Das zeigt die Macht des Wortes."

Porträt von Maynat Kurbanova bei einem Abend des Writers-in-Exile in Köln. Foto: Ralf Juergens

Maynat Kurbanova

Auch Grütters kritisierte, Demokratie und Kunstfreiheit seien nicht gerade auf dem Siegeszug. "Um die Freiheit des Wortes muss man sich sogar hier auf europäischem Boden wieder Sorgen machen", sagte die CDU-Politikerin. In Polen und Ungarn sei die Pressefreiheit in Gefahr. Und wenn in der Türkei womöglich bald die Totenglocke für die Demokratie läute, werde das Auswirkungen weit über die türkischen Grenzen hinaus haben. "Wo die Freiheit des Wortes beschnitten wird, wo unbequeme Künstler verfolgt werden, wo Kunst zur Erfüllungsgehilfin der Herrschenden degradiert wird, da büßt jede Gesellschaft ihre Humanität ein", so die Kulturstaatsministerin.

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