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Asien

Fünf deutsche Soldaten verwundet

Bei mehreren Anschlägen auf die Bundeswehr im Norden Afghanistans sind fünf deutsche Soldaten und ein einheimischer Dolmetscher verletzt worden. Die radikal-islamische Taliban-Miliz bekannte sich zu den Anschlägen.

Gepanzerte Bundeswehrfahrzeuge vom Typ 'Dingo' in Masar-i- Scharif für eine Patrouillenfahrt bereit (Archivfoto: dpa)

Bei ihren Patrouillenfahrten ist die Bundeswehr in Afghanistan besonders gefährdet

Eine Patrouille geriet am Sonntag (20.06.2010) am Westrand von Kundus in Nordafghanistan zunächst in eine Sprengfalle. Wie das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam berichtete, seien dann zwei Soldaten verletzt worden, als während der Bergung des zuvor getroffenen Fahrzeugs ein weiterer Sprengsatz detonierte.

Bereits am Samstag waren in der Nähe des deutschen Lagers in Feisabad drei deutsche Soldaten und ihr afghanischer Übersetzer bei der Explosion eines Sprengsatzes verwundet worden. Keines der Opfer vom Wochenende habe lebensgefährliche Verletzungen erlitten, erklärte die Bundeswehr.

Beschossener Konvoi konnte ausweichen

Bundeswehrsoldaten sichern bei Masar-i-Scharif einen Konvoi ab (Archivfoto: dpa)

Die Bundeswehr ist immer wieder im Visier der Aufständischen

Glimpflich verlief ein weiterer Angriff auf deutsche Soldaten nahe Kundus. Die Patrouille sei mit Waffen und Panzerfäusten beschossen worden. Nach Bundeswehrangaben konnten die Soldaten jedoch ausweichen, so dass niemand verletzt wurde und kein Schaden entstand. Ein Sprecher der radikal-islamischen Taliban bekannte sich zu den Anschlägen.

Die abgelegene Region um Feisabad gilt als relativ friedlich. Dagegen wird die Bundeswehr in Kundus immer wieder von Aufständischen angegriffen. Zahlreiche deutsche Soldaten sind dort schon getötet worden. Derzeit sind in Afghanistan rund 4400 Bundeswehrsoldaten im Einsatz. Der Bundestag hat die Obergrenze für das Mandat im Februar um 850 auf 5350 Soldaten angehoben.

Sicherheitslage verschlechtert sich

Die Vereinten Nationen zeichnen für die Sicherheit in Afghanistan ein düsteres Bild. Laut einem am Samstag veröffentlichten UN-Bericht habe sich die Situation in den vergangenen Monaten dramatisch verschlechtert. Von Januar bis April seien an den Straßen fast doppelt so viele Bomben explodiert wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Stark zugenommen haben demnach auch Anschläge auf Mitarbeiter der afghanischen Behörden. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2009 stieg die Zahl in den ersten vier Monaten dieses Jahres um 45 Prozent.

Ein Bauer arbeitet auf seinem Feld nahe der Stadt Taloqan in der afghanischen Provinz Takhar (Foto: dpa)

Die Unsicherheit in Afghanistan nimmt zu

Pro Woche werden in Afghanistan laut UN etwa drei Selbstmordanschläge verübt, die Hälfte davon im Süden Afghanistans. Bei Kampfhandlungen seien 2010 bereits knapp 400 Zivilisten gestorben. Für rund 70 Prozent seien Aufständische verantwortlich. Als ermutigendes Zeichen werteten die Vereinten Nationen, dass die Regierung auf die aufständischen Taliban zugehen wolle.

Ein NATO-Sprecher betonte in Reaktion auf den UN-Bericht, die internationalen Streitkräfte machten Fortschritte. Es seien zwar weiter harte Kämpfe zu erwarten, aber das Blatt wende sich, sagte Brigadegeneral Josef Blotz. Auch US-Verteidigungsminister Robert Gates versicherte wenige Tage zuvor, die internationalen Truppen gewännen die Initiative wieder zurück.

Autorin: Ursula Kissel (apn, dpa, rtr)
Redaktion: Michael Borgers

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