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Wirtschaft

Fünf düstere Jahre für die Autoindustrie

Bis 2013 erwarten Topmanager der Autoindustrie geringere Umsätze und Gewinne sowie mehr Insolvenzen. Auch die Zahl der Fusionen und Übernahmen werde steigen.

Hunderte Automobile des Typs BMW Z3 roadster warten nach ihrer Ankunft in Bremerhaven auf den Abtransport (Foto: DPA)

Der Autoabsatz bricht weltweit ein

Trotz staatlicher Hilfen rutscht die Autoindustrie weltweit immer tiefer in die Krise. Die Hiobsbotschaften von einbrechenden Absatzmärkten nehmen kein Ende. Und als wäre das nicht genug, gaben nun noch Topmanager der Autoindustrie einen düsteren Ausblick auf die nächsten fünf Jahre. Die Beratungsgesellschaft KPMG befragte dazu 200 Top-Manager der Automobil- und Zulieferindustrie, die im internationalen Geschäft tätig sind.

Weltweit schlechte Nachrichten

Die US-Autoindustrie steht vor dem Ruin. In Japan wurden 2008 mit 3,2 Millionen Fahrzeugen so wenig Automobile gekauft wie seit 34 Jahren nicht mehr. In Spanien sind die Neuzulassungen im Dezember um fast die Hälfte eingebrochen. Auch in Deutschland gerät die Branche immer weiter unter Druck.

Wen wundert es da, dass die Topmanager der Autoindustrie düster in die Zukunft blicken. Nach der Umfrage der KPMG glauben sie sogar daran, dass sich die Branche bis zum Jahr 2013 nicht vollständig von der aktuellen Absatzkrise erholen wird. 77 Prozent der Vorstände und Geschäftsführer von Herstellern und Zulieferern befürchten, dass Insolvenzen zunehmen. 72 Prozent rechnen zudem mit zahlreichen Fusionen und Übernahmen, sagt der Automobil-Chef von KPMG, Uwe Achterholt.

Zuliefererindustrie besonders pessimistisch

Moderne, elektrisch unterstützte Fahrzeug-Lenkungen für einen Autohersteller (Foto: DPA)

Autozulieferer unter Druck

Seit Jahren lastet auf den Zulieferern ein starker Kostendruck. Die Gewinne seien nicht eben üppig, sagt Achterholt. Kosten reduzieren, eigene Effizienz steigern - diese Mittel seien so ziemlich ausgeschöpft. Die Finanzkrise habe die Situation der Betriebe noch einmal verschärft. Viele stünden mit dem Rücken an der Wand. Einige seien bereits insolvent. Viele müssen wohl in diesem Jahr fusionieren oder werden übernommen, meint der Automobil-Chef von KPMG.

Für die Premium-Marken erwarten die Manager, dass sie auch weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Automarktes bleiben werden. Dazu gehören in Deutschland Audi, BMW und Mercedes Benz. Jedoch würden viele Autofahrer bei einem Neuwagenkauf zunehmend auf die Kosten achten, berichtet Achterholt. Das beziehe sich nicht nur auf den Anschaffungspreis, sondern auch auf die laufenden Kosten eines Autos. Ob der fahrbare Untersatz also erschwinglich ist wird künftig ebenso wichtig sein, wie die Qualität des Fahrzeuges.

Dieser Trend ist im übrigen seit einiger Zeit auszumachen: der französische Autobauer Renault konnte davon bereits 2008 profitieren. Der größte Autoimporteur auf dem deutschen Markt hat seinen Absatz in Deutschland vor allem dank seiner rumänischen Billigtochter Dacia gesteigert - mit Kampfpreisen ab 7300 Euro für einen Neuwagen.

Licht am Ende des Tunnels

Ungeachtet der derzeitigen Krise auf dem Automarkt gibt es allerdings auch Hoffnungsschimmer. Laut KPMG-Umfrage hofft die Branche auf Schwellenländer wie China oder Indien sowie Osteuropa und Südamerika. Von 100 Einwohnern, die einen Führerschein haben, besitzen zum Beispiel in China etwa 3 ein eigenes Auto - in den USA sind es 93. Das zeige deutlich, wo es noch Absatzpotentiale gebe, meint Achterholt.

Und noch ein Ergebnis der KPMG-Umfragen lässt zumindest etwas Licht am Ende des Tunnels erahnen: Der deutsche Markt ist im weltweiten Vergleich ziemlich stabil. Denn die Absatzeinbrüche sind in Deutschland geringer. Das liege nicht zuletzt daran, dass die deutsche Autoindustrie in den letzten Jahren einen harten Konsolidierungskurs gefahren habe und dadurch krisenfester geworden sei, meint der Automobil-Chef von KPMG.

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