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Welt

Führungswechsel bei der Arabischen Liga

Inmitten schwerer Umwälzungen in der Region bekommt die Arabische Liga einen neuen Generalsekretär: Die Mitgliedsstaaten wählten Ägyptens Außenminister Nabil al-Arabi. Eine Personalie, die überrascht.

Nabil al-Arabi (Foto: dpa)

Neuer Chef der Arabischen Liga: Nabil al-Arabi

Die Wahl von Nabil al-Arabi kam für politische Beobachter unerwartet: Eigentlich hatte Ägypten nämlich Mustafa al-Fikki als Kandidaten aufgestellt. Doch für viele Länder der Arabischen Liga war dieser Vorschlag nicht akzeptabel, da al-Fikki ein langjähriger Weggefährte des im Februar gestürzten Staatspräsidenten Husni Mubarak war.

Rückzug in letzter Minute

Obwohl - nach einem ungeschriebenen Gesetz - Ägypten den Spitzenposten in der Arabischen Liga beansprucht, hatte diesmal auch Katar einen Kandidaten benannt: den ehemaligen Generalsekretär des Golf-Kooperationsrates (GCC), Abdul Rahman Abdul al-Attia. Doch nachdem Ägypten Mustafa al-Fikki aus dem Rennen genommen hatte, meldete auch Katar - buchstäblich in letzter Minute - keine Ansprüche mehr auf den Chefsessel der Arabischen Liga an. Damit war der Weg frei für den 75-jährigen Nabil al-Arabi, der die Protestbewegung gegen das Mubarak-Regime unterstützt hatte.

Amr Mussa (Foto: DW)

Möchte ägyptischer Präsident werden: Amr Mussa

Die arabische Welt werde derzeit von mehreren Krisen erschüttert, und alle müssten gemeinsam nach Lösungen suchen, erklärte al-Arabi in einer kurzen Ansprache nach seiner Wahl am Sonntagabend (15.05.2011). Der ägyptische Außenminister und frühere UN-Botschafter gilt als erfahrener Diplomat und Experte in Fragen des Internationalen Rechts. Ende der 1970er Jahre nahm er an den Friedensverhandlungen Ägyptens mit Israel teil. Al-Arabi löst seinen Landsmann Amr Mussa (73) ab, der zehn Jahre an der Spitze der Arabischen Liga stand. Mussa strebte keine neue Amtszeit an, weil er Ende des Jahres in Ägypten für das Präsidentenamt kandidieren will.

21 plus 1

Der Arabischen Liga gehören 21 Staaten aus Nordafrika und Vorderasien sowie die Palästinensische Befreiungsorganisation PLO an. Sitz der Organisation ist Kairo. Mit Ausnahme einer zehnjährigen Unterbrechung waren seit der Gründung des Staatenbundes im Jahr 1945 alle Vorsitzenden Ägypter. Ungeklärt ist noch, wer Nachfolger al-Arabis als ägyptischer Außenminister wird. Al-Arabi hatte in diesem Amt erst Anfang März den noch aus der Regierung Mubarak stammenden Ahmed Abul Gheit abgelöst.

Autor: Christian Walz (dapd, dpa, rtr, afp)
Redaktion: Michael Wehling