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Sprachbar

Führung

Ob in guten oder schlechten Zeiten: Führung ist gefragt. Selbstlos kann sie sein, oder autoritär. Bewirkt wird aber in jedem Falle etwas. Ob das Richtige, stellt sich meist erst im Nachhinein heraus.

Wie soll es weitergehen? Wohin soll das alles führen? Was soll man machen? Wer weiß Bescheid mit Rat und Tat? Fragen, die vor allem in schlechten Zeiten gestellt werden, egal ob im öffentlichen oder im privaten Leben. Und da wird nach einer Führung gesucht, oder nach einem Führer. Obwohl dieser Begriff in Deutschland aus historischen Gründen immer mit einem Unbehagen benutzt wird.

Führung – sprachlich betrachtet

"Führung" gehört rein sprachlich gesehen zu den Nomina, die von einem Verb abgeleitet sind. In unserem Falle von "führen". Dieses wiederum zählt zu den so genannten Veranlassungswörtern. Diese recht hölzern klingende Bezeichnung macht verständlich, was unter "führen" und "Führung" zu verstehen ist.

"Führen" hat zunächst einmal mit Bewegung zu tun. Im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Die Ausgangsbedeutung von "führen" ist "in Bewegung setzen" und "sich bewegen" – die enge Verwandtschaft mit dem Verb "fahren" kommt nicht von ungefähr.

In Bewegung

In den wirtschaftssprachlichen Begriffen "Einfuhr" und "Ausfuhr" klingt noch an, dass tatsächlich Güter hin- und hertransportiert werden – ob zu Lande, zu Wasser oder in der Luft.

Auch das kaufmännische "einen Artikel führen" für etwas, was zum Verkauf steht, rührt von der ursprünglichen Bedeutung von führen, da in früheren Zeiten die umherfahrenden, wandernden Kaufleute ihre Waren tatsächlich mit sich führten.

Bildhaftes

Was geschieht, wenn wir ein Kind oder einen hilfsbedürftigen Menschen über die Straße führen? Wir setzen uns mit ihm in Bewegung und gelangen gemeinsam von A nach B. Auch wenn B nur die andere Straßenseite ist.

Wenn uns jemand an der Nase herumführt oder wir in Versuchung geführt werden, heißt das, etwas geschieht mit uns oder wir unternehmen etwas, was nicht zum erwünschten Ziel führt. Und: Wir werden geführt und führen nicht selbst. Das Bildhafte versinnbildlicht, was wir unter Führung verstehen.

Führung = Leitung

Nämlich, dass führen auch mit (An)leiten und mit Leitung zu tun hat. Das Lexikon definiert "Führung" mit der Ausübung von Macht, Autorität und Herrschaft.

Allerdings muss jemand, der führt, auch Orientierung schaffen und die Geschicke etwa eines Staates, eines Wirtschafts- oder eines Finanzunternehmens verantwortungsvoll steuern und kontrollieren. Bei diesen Beispielen wird vielleicht deutlich, wie schwer das Adjektiv "verantwortungsvoll" in diesem Zusammenhang wiegt.

Führungsqualität in der Krise

Nehmen wir die Führung eines Konzerns. Jene Personengruppe, die in der so genannten Führungsetage sitzt und die Geschicke des Betriebes leitet oder zu leiten versucht. Das Management also. Man spricht auch von Führungsmannschaft, um wie im Sport zu

betonen, dass man zusammengehört und einer für den anderen da ist. Das gilt auch dann, wenn eine Frau dabei sein sollte.

Nun kann es aber geschehen, dass sich trotz dieser Führungsmannschaft eine Führungskrise einstellt. Von dieser kann ein Bundesligaklub oder auch eine Regierung erfasst werden. Da heißt es dann, Führungsqualitäten zeigen oder das Handtuch werfen.

Etwas bewirken

Glücklicherweise gibt es immer Leute, die in solchen historischen Augenblicken Führungsansprüche geltend machen und die Führung des Fußballvereins, der Firma, des Staates zu übernehmen bereit sind. Wieso? Um ganz im ursprünglichen Wortsinne von "führen" etwas zu bewirken. Und das nicht unbedingt nur in schlechten Zeiten. Manchmal selbstlos, aber nicht immer.

A utor: Michael Utz

Redaktion: Beatrice Warken

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