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Sport

Führt Olympia Rugby aus der Nische?

Wenn die deutsche Nationalmannschaft gegen Georgien mit 3:77 untergeht, ist klar, dass der Sport ein Problem hat: Rugby ist kein Volkssport in Deutschland. Dank des Olympia-Status soll sich das nun ändern.

Gedränge im Rugbyspiel Spanien gegen Deutschland (Foto: dpa)

Nur wenige Meter vom Rhein entfernt liegt das Trainingsgelände des Rugby Clubs Bonn-Rhein-Sieg. Im Flutlicht stehen sich rund zwei Dutzend Spieler in zwei langen Reihen gegenüber und passen sich in schnellen Bewegungen den ovalen Ball zu. Es wird gelacht und gescherzt - die Stimmung beim Aufwärmprogramm ist gut. Auch, weil mittlerweile klar ist, dass Rugby 2016 olympisch wird. Trainer Alex Deurer setzt große Hoffnungen in den Olympiastatus: "Wir hoffen, dass man Rugby endlich auch mal im Fernsehen sehen kann. Wenn die Leute dann sehen, wie toll dieser Sport ist, dann schicken die auch ihre Kinder in die Vereine." Es bedürfe einfach einer Initialzündung, um den Sport aus seinem Dornröschenschlaf zu holen. "Handball hat ja auch einen großen Boom bekommen, als die Jungs Weltmeister geworden sind. Mit einem Erfolg für Deutschland wäre so etwas vielleicht auch möglich", hofft Deurer.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Walter Hirche (Mitte) und Sportminister Uwe Schünemann mit der deutschen Rugby Nationalmannschaft (Foto: dpa)

Rugby braucht mehr Förderung und Unterstützung

Davon ist Rugby hierzulande allerdings noch ein gutes Stück entfernt. Deutschland ist derzeit 30. der Weltrangliste und damit noch hinter Rugby-Exoten wie Marokko und Kasachstan. Damit sich das ändert muss sich für Alex Deurer vor allem etwas bei der Jugendarbeit tun. "Wir müssten mit dem Rugbyspiel vielleicht ein klein bisschen früher starten, zum Beispiel im Schulsport. Ich habe hier manchmal 25-Jährige im Training, die zum ersten Mal Rugby spielen."

Raues Image

Doch nicht nur die mangelnde Verbreitung im Schulsport ist Ursache für das bisherige Nischendasein von Rugby. Auch das raue Image eilt dem Sport voraus. Tacklings mit vollem Körpereinsatz oder nach Schulhofrauferei aussehende Menschenknäuel: Kleinere Blessuren im Training oder Spiel gehören dazu. Für den 18-jährigen Rugbyspieler Benedikt Liermann kein Problem. "Ich will jetzt nicht unbedingt sagen, dass es ein brutaler Sport ist, aber er ist sehr kontaktfreudig, macht Spaß und schafft auch eine gute Gemeinschaft".

Im Kampf um den Ball der Deutsche Mathieu Franke (M) und die Spanier Cesar Sempere (l) und Ignacio Martin. (Foto: dpa)

Hohes Tempo, abwechslungsreiches Spiel: Rugby hat das Zeug zu einer Publikumssportart

Beim Rugby Club Bonn-Rhein-Sieg spielen sie meist die Variante mit 15 Spielern. Olympisch wird jedoch das 7er-Rugby, die kürzere und dynamischere Variante der Sportart, findet Nachwuchsspieler Norbert Lipp. "7er-Rugby ist wesentlich schneller und laufbetonter. Dafür ist das 15er-Rugby körperbetonter." Noch gibt es keine Liga für 7er-Rugby in Deutschland. Das soll sich nun aber ändern, kündigt Claus-Peter Bach, Präsident des Rugbyverbandes, an. Der Olympiastatus soll einiges verändern im deutschen Rugby: "Für uns werden sich Türen öffnen, die uns helfen, unsere Entwicklung voranzutreiben. Die olympische Förderung des Deutschen Olympischen Sportbundes wird uns mehr Spielraum geben", glaubt Bach.

Hoffnung auf Rio de Janeiro 2016

Spielraum, den sie auch beim Rubgy-Club Bonn-Rhein-Sieg nutzen wollen. Trainer Alex Deurer traut einigen seiner Spieler sogar den Sprung in die Nationalmannschaft zu: "Zwei Spieler sind schon unserem Bundestrainer aufgefallen und vielleicht sieht man sie 2016 in Rio de Janeiro."

Autor: Joscha Weber

Redaktion: Arnulf Boettcher

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