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Welt

Führender US-Demokrat erschossen

Tödliche Schüsse im Präsidentschaftswahlkampf: Der Vorsitzende der Demokraten im US-Staat Arkansas ist von einem offenbar verwirrten Mann erschossen worden. Das Motiv des mutmaßlichen Täters ist bislang unklar.

Bill Gwatney (Archiv, Quelle: DPA)

Opfer eines offenbar verwirrten Mannes: US-Demokrat Bill Gwatney

Der demokratische Politiker Bill Gwatney wurde am Mittwoch (13.8.2008) in seinem Büro in der Parteizentrale von Little Rock so schwer getroffen, dass er vier Stunden später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag. Der mutmaßliche Täter floh mit seinem Wagen und wurde nach einer einstündigen Verfolgungsjagd von Polizisten erschossen.

Das Motiv des Verdächtigen, der nach Polizeiangaben kurz vorher seinen Job verlor, blieb zunächst unklar. Mitarbeiter in der Parteizentrale sagten, der mutmaßliche Täter habe zunächst gesagt, er wolle sich als ehrenamtlicher Helfer melden. Dann habe er sich aber rücksichtslos den Weg in Gwatneys Büro gebahnt, aus dem man dann drei Schüsse gehört habe.

Entlassen und verstört

Die Polizei sagte, bei dem Verdächtigen handele es sich um einen 50-jährigen Mann ohne Vorstrafen. In seinem Fluchtwagen seien mindestens zwei Handfeuerwaffen gefunden worden. Ersten Ermittlungen zufolge wurde der Verdächtige am Mittwoch von einem Kaufhaus 50 Kilometer von Little Rock entfernt entlassen, weil er Graffiti auf eine Wand des Geschäfts gesprüht haben soll. Mitarbeiter sagten, der Mann habe gezittert, als er seinen Ausweis abgeben musste.

Auf der Flucht bedrohte der Mann nach Polizeiangaben einen Mitarbeiter der Staatsversammlung der Baptisten von Arkansas, deren Zentrale wenige Häuserblocks von der der Demokraten entfernt ist. Er habe gesagt, er habe seine Arbeit verloren, und sei weiter geflohen, sagte ein Sprecher der Baptisten.

Ein Freund der Clintons

Gwatney war ein langjähriger Freund von Bill und Hillary Clinton. Bill Clinton war vor seiner Präsidentschaft Gouverneur in Arkansas gewesen. Beim Parteitag der Demokraten Ende des Monats hätte er als Superdelegierter für die im Duell mit Barack Obama unterlegene New Yorker Senatorin gestimmt. Die Clintons reagierten erschüttert und würdigten Gwatney nicht nur als starken Landesvorsitzenden der Demokratischen Partei in Arkansas, sondern auch "als geschätzten Freund und Vertrauten".

Auch die republikanische Partei in Arkansas zeigte sich von den Schüssen inmitten des Präsidentschaftswahlkampfes betroffen und schickte als Vorsichtsmaßnahme alle Mitarbeiter in ihrer Parteizentrale nach Hause. "Unsere Herzen sind bei allen in der demokratischen Parteizentrale", sagte die Direktorin der Republikaner in Arkansas, Karen Ray. "Was für eine Tragödie."

Im vergangenen November war ein verwirrter Mann in New Hampshire in ein Wahlkampfbüro Hillary Clintons mit einem Sprengsatz aufgetaucht. Er verlangte, mit Hillary Clinton über Zugang zu psychiatrischer Betreuung sprechen zu können. Das Drama zog sich sechs Stunden hin, bis der Mann sich ergab. (mg)

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