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Politik

Führender Taliban-Kämpfer Mullah Dadullah getötet

Der für seine Grausamkeit bekannte "Militärchef" der Taliban, Mullah Dadullah, ist getötet worden. Die afghanischen Behörden haben Journalisten am Sonntag die angebliche Leiche des Taliban-Führers präsentiert.

Mullah Dadullah in einer Videobotschaft im März 2007

Mullah Dadullah in einer Videobotschaft im März 2007

"Seine Leiche liegt vor meinem Büro", sagte der Gouverneur der südafghanischen Provinz Kandahar, Assadullah Khalid, der Deutschen Presse-Agentur dpa am Sonntag. "Jeder, Journalisten und andere Leute auch, können kommen und sie anschauen." Der afghanische Geheimdienst sowie die Internationale Schutztruppe ISAF bestätigten den Tod.

Rund dreißig Journalisten wurden in einem Raum des Amtssitzes des Gouverneurs von Kandahar gebracht, wo ihnen ein blutiger und von Kugeln durchlöcherter Leichnam gezeigt wurde, bei dem es sich um Dadullah handeln soll. Seine Gesichtszüge ähnelten denen von Dadullah. Der Leiche fehlte zudem ein Bein - eines der Merkmale Dadullahs.

Taliban dementieren Tod

Gouverneur Khalid sagte, der Taliban-Anführer sei bei einer gemeinsamen Operation der afghanischen Armee und der Koalitionstruppen getötet worden. Auch sein Bruder sei bei der Militäraktion umgekommen. Der Tod Mullah Dadullahs, der dem zehnköpfigen Taliban-Führungsrat angehört, wäre der bislang schwerste Schlag gegen die radikal-islamischen Rebellen.

Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid dementierte den Tod Dadullahs. "Das ist nicht mehr als Propaganda. Sie behaupten, sie werden den Medien den Leichnam Mullah Dadullahs zeigen", sagte er. "Wir versprechen ebenfalls, den Medien eine neue Stimmenaufnahme von Mullah Dadullah zu präsentieren."

Verbindungen zu Mullah Omar

Im Mai vorigen Jahres hatten afghanische Behörden seine Gefangennahme vermeldet, was sich aber als falsch herausgestellte. Auch Meldungen des Innenministeriums in Kabul über eine mögliche Einkesselung Mullah Dadullahs vor wenigen Wochen in der südafghanischen Provinz Urusgan bestätigten sich später nicht.

Der etwa 40 Jahre alte Rebellenführer stammte aus der zentral-afghanischen Provinz Orusgan. In einem Interview mit dem britischen Sender Channel Four rühmte er sich kürzlich, hunderte Taliban-Kämpfer zu kommandieren, darunter viele Selbstmordattentäter. Ihm wurden enge Verbindungen zum Taliban-Führer Mullah Omar nachgesagt.

Beteiligung an Entführungen

Dadullah war offenbar auch an der Entführung des italienischen Journalisten Daniele Mastrogiacomo beteiligt. Während der Italiener im Tausch gegen inhaftierte Taliban freigelassen wurde, köpften die Entführer den Fahrer und den Übersetzer des Reporters. Im Jahr 2001 soll Dadullah an einem Massaker an 200 Zivilisten in Jakawalang beteiligt gewesen sein. 2003 soll er per Satellitentelefon persönlich den Befehl zur Hinrichtung eines Schweizer Mitarbeiters des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz gegeben haben.

Im März 2003 wurde der beinamputierte Taliban-Kämpfer vom Obersten Rat der Taliban als Militärchef im Süden des Landes eingesetzt. Die internationale Afghanistan-Truppe (ISAF) hat im Süden seit Monaten mit einer Aufstandsbewegung unter der Führung der Taliban zu kämpfen. (stl)

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