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Amerika

Führender Drogenboss und Paramilitär getötet

Pedro Guerrero alias "El Cuchillo" ("Das Messer") wurde am Wochenende bei einem Polizeieinsatz getötet. Der frühere Führer der rechtsextremen Paramilitärs ("AUC") war einer der meistgesuchten Drogenbosse Lateinamerikas.

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Guerrero, der von der Justiz für mindestens 2000 Morde verantwortlich gemacht wird, wurde bei Kämpfen nahe der Stadt Puerto Alvira in der südöstlichen Provinz Meta, rund 320 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Bogota, getötet. Bei dem gemeinsamen Einsatz von Polizei und Luftwaffe kamen auch zwei Polizisten ums Leben, acht Bandenmitglieder wurden festgenommen. Unter den Gefassten war auch der Vize der Bande Harold Humberto Rojas alias "El loco Harold" ("Der verrückte Harold"), der als rechte Hand Guerreros galt.

Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos (Foto: ap)

"Der Mörder der Mörder ist tot" - der Tod Guerreros ist ein großer Erfolg für Santos

Die letztendlich erfolgreiche Operation zur Ergreifung Guerreros hatte bereits am 24. Dezember begonnen. Die Sicherheitskräfte waren allerdings bereits seit Jahren hinter ihm her. Kolumbiens Präsident Manuel Santos sprach im Fernsehen von einem schweren Schlag gegen die kolumbianische Drogenkriminalität. "Der Mörder der Mörder ist tot", sagte Santos.

Paramilitärische Gruppen in Kolumbien weiterhin aktiv

Kolumbianische Paramilitärs mit Waffen (Foto: ap)

Als junger Mann war Guerrero den von Gonzalo Rodriguez Gacha geführten Paramilitärs in den östlichen Ebenen Kolumbiens beigetreten. Gacha war ein berüchtigter Drogenboss des mittlerweile zerschlagenen Medellinkartells, der 1989 von Sicherheitskräften getötet wurde. Als die Paramilitärs im Zuge eines von Kolumbiens damaligen Präsidenten Álvaro Uribe betriebenen Friedensprozesses entwaffnet wurden, kehrte Guerrero in den Untergrund zurück. Pedro Guerreros Bande "ERPAC" galt zuletzt als eine der mächtigsten Gruppen früherer Paramilitärs in Kolumbien. Auch in den USA wurde er wegen Drogenhandels gesucht. Zuletzt war für Informationen zu seinem Aufenthaltsort eine Belohnung von 2,5 Millionen Dollar ausgesetzt.

Kolumbianischer Paramilitär mit Gewehr (Foto: ap)

Die in den 1980er Jahren mit Unterstützung von Armee und Polizei, Großgrundbesitzern und Drogenhändlern gegründeten paramilitärischen Gruppen werden für die Ermordung von mindestens 20.000 Menschen verantwortlich gemacht. Die Opfer sind unter anderen Gewerkschafter, Menschenrechtsaktivisten, Mitarbeiter sozialer Bewegungen und Guerillakämpfer. Die Entwaffnung der "AUC", die im Drogengeschäft eine immer größere Rolle gespielt hatten, war im April 2006 offiziell abgeschlossen worden. Es gibt jedoch zahlreiche Nachfolgegruppierungen.

Autor: Oliver Pieper (afp,dpa)
Redaktion: Sven Töniges

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