1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Porträts Lehrerverbände

Félag Þýzkukennara

Auch wenn es im kleinen Island vergleichsweise wenig Deutschlerner gibt, hat der isländische Deutschlehrerverband eine Menge zu tun. Mit kreativen Veranstaltungen setzen sich die Mitglieder für Deutsch ein.

Deutsch war Jon Atlason in der Schule eher fremd, er war auch kein guter Schüler in dem Fach. Heute leitet er den isländischen Deutschlehrerverband. Vier Jahre war Jon Atlason als Deutschlehrer tätig, zuvor unterrichtete er Isländisch. Nach 16 Jahren im Ausland, lebt er heute wieder in Island und arbeitet als Übersetzer und Reiseführer.

Deutsche Welle: Herr Atlason, Sie waren als Schüler nicht besonders gut in Deutsch, heute sind Sie der Vorsitzende des Deutschlehrerverbands, das ist ja eine interessante Entwicklung. Wie ist es dazu gekommen?

Jon Atlason: Deutsch war mir als Kind komplett fremd. Meine Eltern kamen dann auf die Idee, mein Abitur zu retten, und schickten mich als Austauschschüler für ein Jahr nach Deutschland. Nach dem Abitur dachte ich dann, ich versuche es mal mit dem Deutschen, und dann kam das eine zum anderen.

Dann haben Sie sogar viele Jahre in Deutschland gelebt.

Ja, ich habe Germanistik und Skandinavistik in Kiel studiert. Ich habe mich sehr lange mit der deutschen Kultur beschäftigt und war viel unterwegs und habe mich immer sehr wohl gefühlt sowohl in Deutschland als auch in Österreich. Heute habe ich fast ausschließlich nur mit der deutschen Sprache und Kultur zu tun. Egal, was ich arbeite, ob ich Lehrer bin, Reiseführer, Übersetzer oder andere Projekte mache, Deutsch ist fast immer ein Teil davon. Deswegen bin ich auch dem Verband beigetreten. Ich wollte im positiven Sinne etwas zurückgeben.

Island ist eine Insel mit rund 300.000 Einwohnern, also ein sehr kleines Land. Wie ist die Arbeit da für Sie im Verband mit dann auch dementsprechend wenigen Deutschlernern?

Audio anhören 00:16

Hören Sie rein: Jon Atlason erzählt, was er besonders am Deutschunterrichten vermisst

Deutsch ist die drittstärkste Sprache bei uns, nach Englisch und Dänisch. Leider gibt es viele Kürzungen an den Schulen, was die dritte Fremdsprache betrifft, und auch Spanisch gewinnt hinzu, sodass wir um die Schülerinnen und Schüler kämpfen im Moment.

Was machen Sie da aktiv im Deutschlehrerverband?

Wir veranstalten Seminare für die Deutschlehrer in Island, sowohl im In- und Ausland in Verbindung mit dem Goethe-Institut und dem Kulturministerium. Wir organisieren einen regelmäßigen Stammtisch für Deutschlehrer und Deutschlehrerinnen und stehen den Lehrern zur Seite.

Die Schülerinnen und Schüler versuchen wir ebenfalls zu motivieren. Wir haben verschiedene Wettbewerbe. Einmal im Jahr findet immer ein Kurzfilmwettbewerb statt, der an allen Schulen durchgeführt werden kann. Außerdem gibt es Preise und Seminare, die mit Deutschland oder Österreich zu tun haben. Das ist so grob unsere Arbeit.

Das klingt nach einer ganzen Menge Arbeit ...

Gruppenfoto Vorstand des isländischen Deutschlehrerverbands

Der Vorstand des isländischen Deutschlehrerverbands

Ja, es ist schon mit viel Aufwand verbunden. Ein kleines Land macht die Arbeit nicht unbedingt weniger. Wir müssen genauso Seminare halten und unsere Lehrer und Lehrerinnen unterstützen, sodass wir gute Lehrer nach Island herbekommen, die uns besuchen kommen. Wir müssen einfach das Fach unterstützen.

Und angesichts der anstehenden Kürzungen bei den dritten Fremdsprachen versuchen wir, an die Grundschulen zu gehen, an denen Deutsch angeboten wird. Dort gehen wir mit der deutschen Botschaft in Island hin und werben für die deutsche Kultur und die deutsche Sprache. So wollen wir die Schülerinnen und Schüler motivieren, auch in der weiterführenden Schule Deutsch zu wählen.

Wenn Sie sich an Ihre letzten Deutschstunden erinnern, haben Sie da auch die Sprachkursangebote der Deutschen Welle genutzt?

Ja, vor allem die Unterlagen zu Jojo sucht das Glück“. Das haben wir hin und wieder im dritten und vierten Kurs gemacht. Das fanden zwar nicht alle gut, die Schüler interessieren sich ja eher für andere Sachen, aber es hat dennoch Spaß gemacht.


Die wichtigsten Infos in Kürze:
Der isländische Deutschlehrerverband (Félag þýzkukennara) wurde 1972 gegründet und hat 50 Mitglieder. Jedes Jahr kurz vor den Abschlussprüfungen organisiert der Verband ein großes Deutschfest an den Schulen.

Vorstandsgremium:
• Jón Bjarni Atlason (Vorsitzender)
• Sara Níelsdóttir (stellvertretender Vorsitzende)
• Elna Katrín Jónsdóttir (Vorstandsmitglied)
• Izabela K. Harðarson (Schriftführerin)
• Þórdís T. Þórarinsdóttir (Schatzmeisterin)
• Oddný G. Sverrisdóttir (Stellvertreterin)
• Veska A. Jónsdóttir (Stellvertreterin)

IDV-Kontaktperson: Jón Bjarni Atlason und Thórdís Thórarinsdóttir; jb.atlason [at] gmail.com; thordis [at] msund.is

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema