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Sport

Fährt Michael Schumacher 2010 für Mercedes?

Zum zweiten Mal in sechs Monaten sorgt Ex-Formel-1-Star Michael Schumacher für Schlagzeilen. Ging es noch im Sommer lediglich um die Vertretung von Felipe Massa, so ist nun von einer Rückkehr für eine Saison die Rede.

Michael Schumacher (Foto: AP)

Die Freizeit könnte für Michael Schumacher bald vorbei sein

Manchmal kann ein bewusstes Schweigen mehr aussagen als tausend Worte: Michael Schumacher selbst, seine Sprecherin, sein Manager, sein Bruder Ralf, sein Arzt und auch Mercedes sind sich auffällig darin einig, nichts sagen zu wollen oder abzuwiegeln. Aber gerade dieses massive Schweigen fördert eher die Ansicht, dass an den Spekulationen, der 40-Jährige würde für eine Saison in die Formel 1 zurückkehren und 2010 in einem Silberpfeil fahren, etwas dran ist. Auch die Tatsache, dass das zweite Cockpit bei Mercedes für die kommende Saison erst im Januar und damit für die Formel 1 ungewöhnlich spät besetzt werden soll, beflügelt die Spekulationen.

Der Weg zurück ist fast frei

Ein Formel-1-Bolide von Mercedes (Foto: dpa)

In einem so genannten Mercedes-Silberpfeil soll Schumi zukünftig fahren

Angeblich soll es keine formalen Hindernisse auf dem Weg Schumachers zurück auf die Pisten mehr geben. Zwischen ihm und Mercedes gebe es bereits eine mündliche Absprache, auch die Freigabe von Ferrari, wo er noch als Berater unter Vertrag steht, sei schon unter Dach und Fach. Und die gewöhnlich gut unterrichteten Kreise wollen sogar schon weitere Details wissen. Schumacher soll für ein Jahr von Mercedes sieben Millionen Euro erhalten und ab 2011 langfristig an den Konzern gebunden werden. Die letzte Hürde vor der Vertragsunterzeichnung ist wohl nur noch die ärztliche Untersuchung. Im Sommer hatte eine Nackenverletzung, die sich Schumacher bei einem Motorradrennen zugezogen hatte, noch eine Vertretung für den verunglückten Ferrari-Piloten Felipe Massa verhindert.

Zurück zu den Wurzeln

Sollte Schumacher wirklich bei Mercedes unterschrieben, wäre das so etwas wie eine Rückkehr in seine Anfangszeit als Rennfahrer. Er hatte ja seine Fähigkeiten als Kart-Fahrer erlernt und dann mit 21 einen Platz als Werksfahrer im Mercedes-Junior-Team erhalten. Und Mercedes war es dann angeblich auch, woher Schumacher 1991 das nötige Geld für den Einstieg in die Formel 1 bekam. Ein paar Jahre später wollte Mercedes Schumacher dann auch für die Formel 1 verpflichten, doch die Traumehe – ein deutscher Fahrer für einen deutschen Rennstall – kam damals nicht zustande.

Gemischte Reaktionen

Michael Schumacher jubelt (Foto: AP)

So wie hier noch für Ferrari, soll Schumi für Meredes jubeln

Während sich sein unmittelbares Umfeld nicht äußert, gibt es aus der Formel-1-Szene längst Stimmen zur möglichen Rückkehr – und die sind durchaus nicht nur positiv. Die jüngeren Fahrer fürchten offensichtlich die Konkurrenz und heben wie Sebastian Vettel auf das Alter ab – schließlich sei Schumi nicht mehr der Jüngste und ob er noch einmal den Anschluss schaffen könne, müsse man abwarten. Für Jenson Button setzt Schumacher im Fall des Falles seinen guten Ruf aufs Spiel und Adrian Sutil bezweifelt, ob es die richtige Entscheidung sei, mit 41 ein Comeback zu versuchen. Schumacher solle doch lieber der Jugend das Feld überlassen. Anders sehen es die Veteranen. Für den dreimaligen Weltmeister Niki Lauda wäre es die Sensation schlechthin für den Sport und der Weltmeister von 1996, Damon Hill, glaubt, dass Schumacher es auf jeden Fall mit einem Brawn-Mercedes schaffen könne, wenn er es damals mit einem Jordan geschafft habe, Rennen zu gewinnen.

Dass die Fans und auch die Fernsehanstalten, die mit rückläufigen Quoten zu kämpfen haben, jubeln würden, muss wohl nicht extra betont werden.

Autor: Wolfgang van Kann (sid/dpa/ap)
Redaktion: Frank Wörner