Fähre mit mehr als 250 Menschen vor den Philippinen gekentert | Aktuell Asien | DW | 21.12.2017
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Unglücke

Fähre mit mehr als 250 Menschen vor den Philippinen gekentert

Vor der philippinischen Ostküste ist in schwerer See eine Fähre mit rund 250 Insassen gekentert. Nach Angaben der Küstenwache wurden mindestens 160 Menschen gerettet. Viele Passagiere werden vermisst.

Bei dem Fährunglück seien mindestens vier Menschen ertrunken, teilten die Behörden mit. 88 Insassen der "Mercraft 3" würden vermisst, sagte Armand Balilo, der Sprecher der Küstenwache. Mehr als 160 Personen hätten von Schiffen der Küstenwache und der Marine sowie von Fischerbooten gerettet werden können. Die Bergungsaktion sei angelaufen, nachdem die Fähre in schwerer See und bei starken Winden begonnen habe zu sinken. An Bord hätten sich 251 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder befunden. 

Rettungsmannschaften suchten in Gewässern nahe dem Ort Dinahican, etwa 74 Kilometer östlich der philippinischen Hauptstadt Manila nach Vermissten, erklärte Balilo. Die Fähre sei von der Stadt Real zu der abgelegenen Insel Polillo unterwegs gewesen. Die verunglückte Fähre durfte 280 Menschen transportieren. Demnach sei sie nicht überladen, so der Sprecher. 

Philippinen Fähre Unglück (picture-alliance/AP Photo/A.Favila)

Der Sprecher der Küstenwache, Armand Balilo, zeigt ein Archivfoto des verunglückten Schiffes

Nach Angaben der Küstenwache wurde das Schiff von hohen Wellen erfasst. Ein Augenzeuge berichtete, die Fähre habe angehalten und am Bug Wasser aufgenommen. Viele Passagiere seien auf eine Schiffsseite gelaufen, so dass die Fähre aus dem Gleichgewicht gekommen sei. 

Die Rettungsarbeiten würden durch schlechtes Wetter erschwert, erklärte Balilo. Für die betroffene Gegend um die Stadt Real und die Insel Polillo habe aber keine Sturmwarnung vorgelegen, so der Sprecher. Der Süden der Philippinen bereitet sich derzeit auf den Tropensturm "Tembin" vor, der am Freitagmorgen auf Land treffen soll. 

Zwei Stürme in der Region 

Die Region leidet derzeit noch unter den Folgen des Tropensturms Kai-Tak. Dieser war am vergangenen Wochenende mit heftigen Regenfällen über die Philippinen hinweggezogen und hatte zahlreiche Erdrutsche verursacht. Dabei kamen mindestens 43 Menschen ums Leben. Etliche Menschen werden noch vermisst. Etwa 100.000 Menschen verließen auf der Flucht vor dem Sturm ihre Häuser.

Für die Philippinen mit ihren mehr als 7000 Inseln sind Schiffe eines der Hauptverkehrsmittel. Da die Fähren oftmals schlecht gewartet und überfüllt sind, kommt es immer wieder zu tödlichen Unfällen. Vor genau 30 Jahren waren bei dem bislang schlimmsten Schiffsunglück in der Geschichte des Landes mehr als 4300 Menschen ums Leben gekommen.

stu/kle (afp, dpa, rtr, ape)

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