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Kultur

Fähre im Roten Meer gesunken

Eine ägyptische Fähre mit rund 1400 Menschen an Bord ist im Roten Meer gesunken. Rettungsmaßnahmen aus der Luft und zu Wasser laufen.

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An Bord der "Al-Salam 98" waren hauptsächlich Ägypter

Das in Ägypten registrierte Schiff, die "Al-Salam 98", sank etwa 50 Seemeilen vor dem ägyptischen Hafen Safaga. Rettungskräfte hätten bislang zwölf Überlebende und 14 Leichen geboren, hieß es aus ägyptischen Schifffahrtskreisen am Freitagnachmittag. Der Leiter der zuständigen ägyptischen Hafenbehörde, Mahfus Taha, sagte, ein Hubschrauber habe Rettungsboote im Wasser gesichtet.

Vorwiegend Ägypter an Bord

An Bord der Fähre befanden sich 1310 Passagiere sowie zirka 100 Besatzungsmitglieder. Dabei handelt es sich vorwiegend um ägyptische Staatsbürger, aber auch um Sudanesen und Saudi-Araber.

Das Auswärtige Amt in Berlin hat noch keine Erkenntnisse, ob Deutsche von dem Fährunglück im Roten Meer betroffen sein könnten. Die deutsche Botschaft in Kairo und die Außenstelle in Dschiddah stünden in Kontakt mit den ägyptischen und saudi-arabischen Behörden, um zweifelsfrei zu klären, ob deutsche Staatsangehörige an Bord der Fähre gewesen seien, sagte ein Sprecher am Freitag auf Anfrage.

Kapitän funkte noch "SOS"

Die "Al-Salam 98" hatte den saudi-arabischen Hafen Duba am Donnerstagabend verlassen und hätte eigentlich bereits um 2.30 Uhr Ortszeit (1.30 Uhr MEZ) im ägyptischen Hafen Safaga, der rund 600 Kilometer südöstlich von Kairo liegt, anlegen sollen. Das Schiff war am späten Donnerstagabend von den Radarschirmen der Kontrollbehörden verschwunden, wie erst am Freitagmittag bekannt wurde. Der Kapitän hatte, bevor sein Schiff sank, noch einen Notruf abgesetzt, der von einer ägyptischen Fähre empfangen wurde, die in entgegengesetzter Richtung unterwegs war.

Der Gouverneur der Provinz Rotes Meer, Bakr al Raschidi, sagte der ägyptischen Nachrichtenagentur MENA, die Schifffahrtsbehörde habe bereits alle Schiffe, die in diesem Teil des Roten Meeres unterwegs sind, angefunkt, um sie um Hilfe zu bitten. Gouverneur Raschidi richtete in Safaga einen Krisenstab ein und versetzte die örtlichen Krankenhäuser in Alarmbereitschaft.

Britische Marine will bei Rettungsaktionen helfen

Die britische Marine schickte ein Kriegsschiff im Roten Meer zur Unglücksstelle. Die "HMS Bulwark" solle bei den Rettungsarbeiten helfen, sagte ein Sprecher der Royal Navy in London. Wie der britische Sender BBC berichtete, braucht das Schiff allerdings eineinhalb Tage, um an den Unglücksort zu gelangen.

Auf der Strecke zwischen Saudi-Arabien und Ägypten verkehren zahlreiche Fähren. Sie sind für viele ägyptische Arbeiter die billigste Möglichkeit, um zu ihren Arbeitsplätzen in den reichen Golfstaaten zu gelangen. Auf der Strecke hatte es schon mehrfach Unglücke mit Hunderten von Toten gegeben. (ana)