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Aktuell Europa

EZB verlängert Anleihekaufprogramm

Die Europäische Zentralbank hat die Strafzinsen für Banken verschärft und angekündigt, das umstrittene Programm zum Kauf von Anleihen um mindestens sechs Monate zu verlängern.

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird ihr Programm zum Aufkauf von Anleihen um mindestens sechs Monate verlängern. Das Programm werde "bis Ende März 2017 oder länger" laufen, kündigte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag an. Das im März gestartete Programm sollte eigentlich bis September 2016 laufen. Zudem werde die EZB die Bandbreite an Anleihen erweitern, die sie aufkauft, sagte Draghi weiter.

Zuvor hatte die EZB eine Verschärfung des Strafzinses für Banken angekündigt. Der Einlagezins, zu dem Banken ihr Geld kurzfristig bei der Notenbank anlegen können, wurde von minus 0,2 Prozent auf minus 0,3 Prozent herabgesetzt.

EZB-Präsident Draghi (Foto: AP)

EZB-Präsident Draghi

Der sogenannte Einlagensatz sei auf minus 0,3 Prozent von bislang minus 0,2 Prozent gesetzt worden, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt mit. Für Geschäftsbanken wird es damit noch teurer, wenn sie Gelder bei der EZB anlegen.

Die Banken sollen so dazu angeregt werden, mehr Kredite zu vergeben, statt ihre Gelder bei der EZB zu parken. Eine stärkere Kreditvergabe könnte die Konjunktur anregen.

Leitzins unverändert

Den Leitzins für die Versorgung der Kreditinstitute mit Zentralbankgeld beließ die EZB hingegen bei 0,05 Prozent. Auf diesem Rekordtief liegt der Leitzins bereits seit September 2014.

Die Geldinstitute kritisierten die weitere Lockerung der Geldpolitik als unnötig und gefährlich. Es gebe keine "ernsthafte" Deflationsgefahr, erklärte etwa der Bundesverband Deutscher Banken. Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon verwies auf die steigenden Belastungen für Sparer.

Im November waren die Preise in der Euro-Zone nur um 0,1 Prozent gestiegen. Die EZB strebt aber als optimalen Wert für die Wirtschaftsentwicklung knapp zwei Prozent an.

wen/uh (rtr, dpa, afp)