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Wirtschaft

EZB erhöht Zinsen

Zum ersten Mal seit fünf Jahren hat die Europäische Zentralbank die Zinsen für den Euroraum erhöht: um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent. Die Entscheidung stieß teilweise auf deutliche Kritik.

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EZB-Präsident Jean-Claude Trichet

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat die Erhöhung des Zinssatzes, zu dem sich die Banken bei der Zentralbank kurzfristig Geld leihen können, mit den Risiken für die Preisstabilität begründet. "Unsere Entscheidung wird dazu beitragen, mittel- und langfristige Inflationserwartungen auf einem Niveau zu halten, dass Preisstabilität entspricht", sagte Trichet am Donnerstag (1.12.2005) im Anschluss an die Sitzung des EZB-Rats in Frankfurt am Main.

Die Europäische Zentralbank hat nach den Worten ihres Präsidenten weitere Zinserhöhungen bisher nicht eingeplant. "Es ist nicht eine Vorabentscheidung des Rats, eine Serie von Zinserhöhungen zu beginnen", sagte Trichet. Die EZB werde nun immer wieder aufs neue aktuelle Daten analysieren, um weitere Entscheidungen zu treffen. Auf den Finanzmärkten wird allerdings erwartet, dass die Zentralbank mindestens noch zwei weitere kleine Erhöhungen auf dann 2,75 Prozent vornehmen wird.

Gelassene Reaktionen

Gelassen haben Wirtschaftsexperten auf die erste Zinserhöhung im Euroraum seit fünf Jahren reagiert. "Das ist sicherlich kein Gift für die Konjunktur", erklärte der Volkswirt Christoph Balz von der Commerzbank. Nur unwesentliche Auswirkungen auf die Wirtschaft durch die Zinserhöhung am Donnerstag, die allgemein erwartet wurde, sieht auch der Leiter der Konjunkturabteilung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Alfred Steinherr. Für den Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ist die Erhöhung der Leitzinsen "alles in allem nachvollziehbar", kommt möglicherweise aber etwas zu früh.

Der Wirtschaftsweise Rürup kritisierte die Zinserhöhung im Euroraum als "jetzt noch nicht erforderlich". Der Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sagte weiter, zwar steige die Geldmenge derzeit kräftig, dies habe sich aber noch nicht in einer höheren Inflationserwartung niedergeschlagen. Mit Blick auf den sich abzeichnenden Aufschwung wäre es seiner Ansicht nach aber besser gewesen, mit einem Zinsschritt noch ein bisschen zu warten.

Börse Frankfurt Zinserhöhung EZB

Gelassenheit an der Börse

Kaum Reaktionen bei DAX und Euro

Der Euro und der Deutsche Aktienindex (DAX) haben nur verhalten auf die Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank reagiert. Während das wichtigste deutschen Börsenbarometer in Frankfurt am Main um 0,77 Prozent auf 5233 Punkte stieg, gab der Euro um 0,42 Prozent zum US-Dollar nach. Ein Euro war damit 1,1739 Dollar wert.

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