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Top-Thema – Podcast

Exportschlager: japanische Jugendkultur

Trends aus Japan verbreiten sich mittlerweile auch in Europa. Jugendliche in Deutschland etwa verkleiden sich als Charaktere aus ihren Lieblings-Mangas und vergöttern japanische Musikgruppen.

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Stefanie in ihrem Kostüm als 'Queen Esther'

"Ich bin Queen Esther", sagt die junge Frau. Ihr Äußeres könnte man mit dem einer futuristischen Disko-Schneekönigin vergleichen - falls es so etwas gibt. Sie trägt ein Märchenkleid in Weiß mit ausladendem Rock, Puffärmeln und Korsett, alles mit Perlen übersät. Der hoch stehende Kragen erschwert ihr den Blick zur Seite, passt aber zur Krone. Ein Mantel in Leoparden-Optik vollendet das Bild. Queen Esther ist eine Figur aus einer japanischen Fernsehserie. Im richtigen Leben ist Queen Esther Stefanie Wittmann und arbeitet bei einem Autohersteller.

Dieses Verkleiden der Jugendlichen nennt sich Cosplay - von "Costume Play". Angefangen hat das Verkleidespiel in Japan, wo sich Jugendliche Anfang der 80er Jahre als Figuren aus ihren Lieblings-Mangas verkleideten, um in Tokios Vergnügungsvierteln zu posieren. Mittlerweile ist der Trend endgültig in Europa angekommen. Der Großteil der Cosplayer ist weiblich und zwischen 15 und 25 Jahre alt.

Längst werden nicht mehr nur Charaktere aus Mangas - japanischen Zeichentrickserien - "gecosplayt". Erlaubt ist alles von japanischen Bandmitgliedern über Disneyfiguren bis hin zu den Helden aus Hollywoodfilmen wie "Fluch der Karibik". Die meisten Kostüme sind kitschig und sexy. Beliebt sind zum Beispiel Plastikhaare in Pink oder Lila, die oft bis zu den Fersen reichen, bauchfreie Oberteile, Miniröcke und hohe Stiefel. Ein oft teures und sehr zeitaufwändiges Hobby: Die Kluft ist fast immer selbst gemacht.

Einige orientieren sich bei Cosplay an japanischen Band-Idolen. Diese Spielart des Cosplays nennt sich "Visual Kei", das übersetzt so viel wie "Visuelles System" heißt. Jens Nave arbeitet beim Manga-Magazin "Animania" und beschreibt Visual Kei als eine Subkultur, die sich sich besonders über das Internet verbreitet. Die Medien werden zwar nur langsam darauf aufmerksam, aber Jens Nave ist sich sicher, dass die Fangemeinde um den japanischen Exportschlager von Mangas über Cosplay bis zu Visual Kei weiter wachsen wird.

GLOSSAR

Exportschlager, der – eine Lieferung von etwas in ein anderes Land, das dort sehr beliebt ist

vergöttern – anbeten

ausladend – sehr breit

Puffärmel, der – ein Teil des Ärmels, der sehr weit ist und an den Enden eng wird

Korsett, das – ein enges Kleidungsstück, um die Figur schlanker zu machen

mit etwas übersät – mit etwas überdeckt

Vergnügungsviertel, das – ein Stadtteil, mit verschiedenen Attraktionen und Möglichkeiten sich zu amüsieren

zeitaufwändig – man braucht viel Zeit für etwas

Kluft, die – ein Kostüm

Subkultur, die – ein Teil einer Kultur, die eigene Eigenschaften hat

Fragen zum Text

Wo fing das Cosplay an?

1. in Deutschland

2. in China

3. in Japan

Was ist das Besondere an den Kostümen?

1. sie werden importiert

2. sie werden von Designern entworfen

3. sie werden von den Fans selbst entworfen

Wie heißt die Spielart, wenn jemand ein japanischens Bandmitglied cosplayt?

1. Manga

2. Karneval

3. Visual Kei

Arbeitsauftrag

Schauen Sie sich das Video an. Finden Sie dabei Antworten auf folgende Fragen:

Welche Stile kombiniert Marie in ihren Manga-Zeichnungen?

Wie heißt Maries erstes Buch?

Wovon handelt das Buch?

Was möchte Marie nach ihrem Abitur studieren?

Wohin möchte sie verreisen?

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