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Weltwirtschaft

Exporteure warnen vor "machtbesessenem" Trump

Fast zehn Prozent deutscher Waren werden in die USA verkauft. Die Aussicht auf Einfuhrzölle und andere Handelsschranken alarmiert den deutschen Außenhandel. Trump könnte die Wirtschaft weltweit auf Talfahrt schicken.

Deutliche Worte ist man von Anton Börner gewöhnt. Der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) nimmt selten ein Blatt vor den Mund, wenn er um eine wirtschaftspolitische Einschätzung gebeten wird. Doch was Börner über US-Präsident Donald Trump sagt, geht weit über das gewohnte Maß hinaus. "Wir sprechen hier von einem von sich absolut überzeugten, machtbesessenen Familienunternehmer in zweiter Generation ohne Bindung zur sozialen Marktwirtschaft", so der BGA-Präsident in Berlin. "Seine Logik ist immer sein Ego."

Mit dem Gewinn der Wahl habe Trump sein "Traumunternehmen" bekommen, das er persönlich als das seine betrachte und entsprechend zu führen gedenke. "Berater und Politiker interessieren ihn nur marginal insofern sie ihm recht geben", analysiert Börner. Ein machtbesessener Unternehmer denke in einfachen Kategorien, es gehe letztendlich nur darum, den "für mich profitableren Deal" zu machen.

Um das schaffen, trete er hart und kompromisslos auf, setze auf Unvermögen oder Angst seiner "Geschäftspartner". Mit komplexen Systemen könne Trump nichts anfangen. Sein Weltbild sei monokausal, analog zu "kriege ich den Auftrag oder nicht".

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Drei Fragen, drei Antworten: Anton Börner

USA wichtiger Handelspartner

Anton Börner schlägt nicht ohne Grund so harsche Töne an. Als Cheflobbyist der deutschen Exportwirtschaft sieht er gute Geschäfte in Gefahr. Mit rund 28 Prozent der Direktinvestitionen sind die USA das wichtigste Zielland für deutsche Investoren (Stand 2014). Seit rund zwei Jahren sind sie zudem noch vor Frankreich das wichtigste Zielland für deutsche Ausfuhren. Deren Wert summierte sich 2015 auf 113,7 Milliarden Euro und machte damit 9,5 Prozent der Gesamtexporte aus. Umgekehrt sieht es nicht so rosig aus. Die USA verkauften 2015 Waren im Wert von 60,2 Milliarden Euro nach Deutschland und standen damit nur auf Platz vier der wichtigsten Importeure nach China, den Niederlanden und Frankreich.

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Die ersten Amtshandlungen von Präsident Trump lassen bei den deutschen Exporteuren die Alarmglocken schrillen. Deutsche Waren sind weltweit gefragt. Für 2017 rechnet der BGA mit einem Wachstum der Ausfuhren von bis zu 2,5 Prozent auf einen neuen Rekordwert von rund 1.235 Milliarden Euro. Ein Wert, in den Donald Trump und seine in Aussicht gestellten Handelsbarrieren allerdings noch nicht eingepreist sind. Der BGA-Chef stellt daher ein "großes Fragezeichen" hinter die gerade erst erstellte Prognose.

Schickt Trump den Welthandel auf Talfahrt?

Eine Abschottung der USA, insbesondere auch gegen China, Mexiko und Europa werde sich für die deutsche Wirtschaft "katastrophal" auswirken, warnt Börner. Beispiel China. Ein Handelskrieg der USA mit der Volksrepublik würde das Wirtschaftswachstum in China merklich verschlechtern. "Das ist fast sicher, da die USA derzeit mit Abstand der bedeutendste Handelspartner Chinas sind." Ein Rückgang des chinesischen Wirtschaftswachstums würde zwangsläufig die Nachfrage auch nach deutschen Gütern im Land spürbar bremsen.

Zwar biete Trumps Verhalten in gewisser Weise auch Chancen für die deutsche Wirtschaft, so etwa durch die Verlagerung von Warenströmen. Güter, die bislang eher zwischen China und den USA gehandelt werden, würden gegebenenfalls aus Deutschland bezogen werden. Unter dem Strich werde diese Entwicklung aber zu einer signifikanten Schwächung der Weltwirtschaft führen, bei der es nur Verlierer gäbe. "Eine weltweite Rezession wäre unausweichlich", so Börner. 

"Du wirst zum Loser"

Von der Politik verlangt Börner, mit ganzem Einsatz gegen Trump vorzugehen. Deutschland müsse politische Allianzen in Europa, mit Asien, Lateinamerika und Kanada schmieden, aber auch Kontakte in exportstarke, aktiennotierte amerikanische Unternehmen knüpfen. Politiker oder Medien beeindruckten Trump zwar nicht, dafür aber Banken und Börsen. "Ich setze sehr auf die Wall Street, da kann man in kleinen Zirkeln sehr diskret unheimlich viel bewegen", buchstabiert Börner das kleine ABC des politischen Lobbyismus. "Da konzentriert sich sehr viel Macht mit sehr viel Sprengpotenzial in der Tasche."

Wall Street Dow Jones überspringt erstmals die Marke von 20 000 Punkten (picture alliance/A. Gombert/EPA/dpa)

Die Wall Street: Machtvolle Zirkel mit Sprengpotenzial

Da die US-Altersversorgung an den Börsen hänge, könne jeder Trump-Wähler, jeder Rentner an seinem Kurszettel und der Höhe seiner Rente ablesen, wie aus dem Gewinner Trump ein Verlierer werde, so Börner. "Es muss klar herausgearbeitet werden, dass Trump noch viel mehr verlieren wird, wenn wir verlieren." Das müsse dem US-Präsidenten auf politischer Ebene verdeutlicht werden. Trump verstehe nur eine harte Sprache und Sätze wie "Du wirst als Loser dein Unternehmen verlieren, denn du kannst deine Vorstellungen in einer komplexen Welt nicht mehr alleine durchsetzen, dazu bist du zu abhängig."

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