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Kultur

Expo 2005: Natur und Roboter

Umweltschonende Hybridbusse, innovative Energietechnologie und ein 18.000 Jahre altes Mammut. Am 25. März öffnete in der japanischen Präfektur Aichi die Expo 2005 ihre Tore - ganz im Zeichen der Weisheit der Natur.

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Ohne sie hätte Paris keinen Eiffelturm, stünde in Brüssel nicht das Atomium. In den vergangenen 150 Jahren haben die Weltausstellungen international Zeichen gesetzt, und das nicht nur architektonisch. Sie haben das aktuelle Wissen ihrer Zeit gebündelt und anschaulich dargestellt, weswegen eine Geschichte der Weltausstellungen auch eine Darstellung der jeweils jüngsten Erkenntnisse des Menschen ist.

Die Weisheit der Natur

Freies Bildformat: Expo 2005 Logo in Aichi, Japan

Am 25. März öffnet in der japanischen Präfektur Aichi die Expo 2005 ihre Tore. 120 Staaten nehmen an der Weltausstellung teil, das Expogelände erstreckt sich über 173 Hektar. Neu ist: Die erste Weltausstellung im 21. Jahrhundert hat sich ein Thema gesetzt: Nature`s Wisdom - Die Weisheit der Natur. Denn eine wichtige Erkenntnis des Menschen ist eben auch: dass er selbst die Natur und damit seinen eigenen Lebensraum immer mehr zerstört.

Diesen Konflikt will die Expo thematisch aufgreifen. Ein Schwerpunkt: energiesparende Projekte und umweltfreundliche Technologien. Toyota etwa transportiert die Besucher auf dem Gelände mit Hybridbussen, die mit Brennstoffzellen betriebenen werden. Die einzelnen Pavillons sind aus vorgefertigten Modulen entstanden, die nach der Expo wieder abgebaut und an einem anderen Ort zu einem neuen Gebäude errichtet werden können. Ein weiteres Highlight: die Überreste eines 18.000 Jahre alten Mammuts, das vor einigen Jahren im sibirischen Permafrost entdeckt wurde und das nun auf der Expo ausgestellt wird.

Die Deutschen und der Spaß

Bildergalerie Expo 2005 I - Bild 09/11

Der deutsche Expo-Beitrag trägt den Titel Bionis. Das klingt abstrakt und spröde, tatsächlich aber will der Pavillon vor allem eines: den Besuchern Spaß machen. Bionik, das ist die Lehre der technischen Anwendung natürlicher Prinzipien und Gesetze, etwa die Übertragung der Prinzipien des Vogelflugs auf die Konstruktion von Flugzeug-Tragflächen.

Im deutschen Pavillon haben die Organisatoren eine Art Achterbahn aufgebaut, mit der sie die Besucher auf eine rasante 300 Meter lange Fahrt schicken. Die soll Spaß machen und auch ein bisschen gruseln, gleichzeitig sollen die Besucher aber auch etwas über die Bionik lernen. Denn die Idee dahinter lautet: Wer versteht, wo im technischen Alltag natürliche Gesetzmäßigkeiten versteckt sind, wird die Natur eingehender würdigen und achten. Zum ersten Mal wird sich Deutschland auf der Expo mit Frankreich einen Pavillon teilen – das ist Völkerverständigung und Kostenersparnis in einem.

Bildergalerie Expo 2005 I - Bild 06/11

The official mascots of the 2005 World Exposition in Aichi prefecture, central Japan. The left figure is named 'Kiccoro' and the right one is 'Morizo', representing the theme of the expo 'Nature's Wisdom'. The characters in Japanese at the bottom read: Love, Earth Expo. PANA/JIJI PRESS +++(c) dpa - Report+++

Es wäre keine japanische Expo, würden nicht auch Roboter eine Rolle spielen. Denn wie wohl sonst keine andere Nation begeistern sich Japaner noch immer für die Idee von Maschinen, die den Menschen nachmachen und auf ihn reagieren können. Auf dem Expo-Gelände werden die kleinen Maschinen an vielen Orten zu finden sein: da gibt es Roboter, die nachts über Gänge fahren und den Boden reinigen, ohne an Gegenstände zu stoßen. Andere wiederum beantworten Fragen rund um die Expo Events. Wieder andere sollen mit Kindern spielen und auf sie aufpassen, wenn die Eltern mal ohne Sprösslinge durch die Pavillons schlendern wollen.

Wen interessiert's?

Doch wie bei den Weltausstellungen der vergangenen Jahre schwebt auch über dieser Expo letztlich die bange Frage nach dem Interesse der Öffentlichkeit. Noch vor der Eröffnung wurden die Erwartungen von 20 Millionen Besuchern auf 15 Millionen nach unten korrigiert. Und den Expo-Organisatoren bläst noch aus einer anderen Ecke kalter Wind entgegen. Denn als die Regional-Politiker in den neunziger Jahren die Expo-Idee vorstellten, gingen Umweltschützer auf die Barrikaden und kritisierten die Ausstellung und ihr Thema Nature’s Wisdom als Heuchelei. Der einzig sinnvolle Beitrag zum Umweltschutz sei, das Expo-gelände gar nicht erst zu bauen, sondern die Natur unberührt zu lassen, so die Kritiker damals. Diese Haltung hat sich bis heute nicht geändert. Weswegen die meisten Umweltgruppen die Weltausstellung gar nicht erst besuchen werden.

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