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Aktuell Nahost

Explosion erschüttert Damaskus

Im Zentrum von Damaskus ist eine Bombe explodiert. Drei Menschen sind Medien zufolge verletzt worden. Die Freie Syrische Armee hat sich zu der Tat bekannt - über den Explosionsort gibt es widersprüchliche Berichte.

Laut Staatsfernsehen ereignete sich die Detonation auf einem Parkplatz in der Nähe eines von den UN-Beobachtern bewohnten Hotels. Der Platz wird auch von der Armeeführung genutzt und grenzt an ein Bürogebäude des Militärs. Dort wurden am 18. Juli bei einem Bombenanschlag vier führende ranghohe Vertreter des syrischen Sicherheitsapparates getötet. Auch das Gebäude des Staatsfernsehens und andere Sicherheitszentralen liegen in der Nähe.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AP berichtete hingegen, die Explosion habe sich auf einem anderen Parkplatz ereignet, der zu einem Militärgelände in der Nähe des Hotels gehöre. Augenzeugen zufolge war der Sprengstoff an einem Benzinkanister befestigt. Ein Aktivist der syrischen Opposition berichtete von Rauch über dem Tatort und herbeieilenden Rettungsdiensten.

Die UN haben sich bislang nicht dazu geäußert. Seit 17 Monaten kämpfen Aufständische in Syrien gegen die Herrschaft von Machthaber Baschar al-Assad. Vor allem die Hauptstadt und die Wirtschaftsmetropole Aleppo sind betroffen von den Gefechten.

Ausschluss Syriens zeichnet sich ab

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Syrische Rebellen vermelden Erfolge

Der syrische Machthaber Baschar al-Assad kann sich international nur noch auf wenige Verbündete stützen. Auch die Staats- und Regierungschefs der Organisation Islamischer Staaten (OIC) beraten derzeit im saudi-arabischen Mekka über einen vorübergehenden Ausschluss Syriens aus dem Staatenverband. Tunesiens Präsident Moncef Marzoukii, ein ehemaliger Dissident, der im Zuge des Arabischen Frühlings in seiner Heimat im vergangenen Dezember das Amt übernommen hat, forderte ein hartes Vorgehen gegen Assad. Die meisten der 57 OIC-Staaten sind für eine Suspendierung der syrischen Mitgliedschaft, wie aus dem Entwurf für die Abschlusserklärung hervorgeht. Vehement dagegen ist der Iran.

Begründet wurde die empfohlene Suspendierung mit dem gescheiterten Friedensplan des inzwischen zurückgetretenen Syrien-Gesandten Kofi Annan. Außerdem setze die syrische Führung weiterhin auf die "militärische Option", um den Konflikt in den Griff zu bekommen.

Die Volksrepublik China hat westliche Länder dafür verantwortlich gemacht, dass der UN-Sicherheitsrat bislang keine einheitliche Haltung zum Syrienkonflikt gefunden habe. In einem Kommentar des Parteiorgans "Renmin Ribao" hieß es, einige westliche Länder strebten einen Regimewechsel in Syrien an. Dies und die Diskussion über eine Flugverbotszone habe den von Annan angestrebten multilateralen Ansatz für eine Lösung des Konflikts scheitern lassen. China hat im UN-Sicherheitsrat zusammen mit Russland Sanktionen gegen das Assad-Regime durch Veto verhindert.

USA warnen Iran

US-Verteidigungsminister Leon Panetta hat das iranische Regime, einen Hauptverbündeten Assads, aufgefordert, sich aus dem Syrien-Konflikt besser herauszuhalten. "Unsere Hoffnung ist es, dass der Iran sich besser überlegt, wie sehr er verwickelt sein will", sagte Panetta vor Journalisten in Washington. Nach den Worten des Verteidigungsministers gibt es Hinweise, dass der Iran gegenwärtig versucht, in Syrien eine überwiegend schiitische Miliz aufzubauen, damit diese auf Seiten der Truppen von Machthaber Baschar al-Assad kämpft.

Gleichzeitig betonte er nochmals, dass Washington die Aufständischen nicht mit Waffen versorge. Panetta erklärte, zur Zeit hätten humanitäre Hilfe und die Sicherheit der syrischen chemischen und biologischen Waffen Priorität. UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos setzte sich in Damaskus dafür ein, Versorgungsrouten für die unter dem Bürgerkrieg in Syrien leidende Zivilbevölkerung zu öffnen. "Es gibt eine andauernde humanitäre Krise", sagte sie nach Gesprächen mit Regierungsvertretern in der syrischen Hauptstadt. "Es ist wichtig, dass die Kämpfe aufhören."

Die UNHCR-Büros im Libanon, in der Türkei, in Jordanien und im Irak berichten von einer stetig ansteigenden Zahl syrischer Flüchtlinge. Allein in Jordanien sollen täglich rund 500 Flüchtlinge aus Syrien ankommen.

nis/wl (rtr, dpa, afp, dapd)

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