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Welt

Experten zu Atomkontrollen im Iran

Während der Atomstreit mit dem Iran eskaliert, sind Experten der UN-Atomaufsicht in Teheran eingetroffen, um das Nuklearprogramm des Landes zu überprüfen. Die IAEA hofft auf umfassende Aufklärung.

IAEA-Delegationsleiter Nackaerts vor dem Abflug nach Teheran (Foto:Reuters)

IAEA-Delegationsleiter Nackaerts vor dem Abflug nach Teheran

Insbesondere der Westen verdächtigt das Land, heimlich am Bau von Atomwaffen zu arbeiten. Die Regierung in Teheran bestreitet dies. Das Atomprogramm diene ausschließlich zivilen Zwecken, so die ständige Beteuerung. Um den Druck auf den Iran zu erhöhen, hatten die USA und die EU jüngst ihre Sanktionen verschärft. So tritt am 1. Juli in der EU ein Einfuhrverbot für Erdöl aus dem Iran in Kraft. Als Reaktion darauf erwägt der Iran, Europa zuvorzukommen und die Öllieferungen kurzfristig zu stoppen.

Die Ausfuhren in einige Länder würden bald eingestellt, zitiert die amtliche Nachrichtenagentur Irna Öl-Minister Rostam Kasemi. Eine für diesen Sonntag angekündigte Entscheidung des Parlaments in Teheran wurde allerdings verschoben.

Langfristiger Lieferstopp

Der Stopp könnte sogar langfristig sein. Fünf bis 15 Jahre könnten sämtliche Exporte in die EU unterbunden werden, sagte der Abgeordnete Mohammad Karim Abedi laut der Nachrichtenagentur Fars. Entsprechende Gesetzte seien aber noch nicht formuliert, so ein Sprecher des Energie-Ausschusses des Parlaments. Es gebe aber einen Vorschlag von Abgeordneten, der ernsthaft geprüft werde.

Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA erwartet, dass bei dem Besuch die offenen Fragen zum Atomprogramm geklärt werden können. Delegationsleiter Herman Nackaerts sagte in Wien vor dem Abflug seines Teams nach Teheran, man hoffe, dass die Islamische Republik während des dreitägigen Besuchs bereit sei, "auf unsere Sorgen einzugehen, was die mögliche militärische Dimension des iranischen Atomprogramms angeht".

Besuch in Urananreicherungsanlage

Die amtlich iranische Nachrichtenagentur IRNA meldete die Ankunft der IAEA Delegation. Sie verwies darauf, dass ein Besuch der unterirdischen Urananreicherungsanlage Fordo etwa 130 Kilometer südlich der Hauptstadt Teheran wahrscheinlich sei. Während des dreitägigen Besuches will die IAEA-Abordnung auch um Erlaubnis bitten, mit Wissenschaftlern zu sprechen, die im Verdacht stehen, am mutmaßlichen Atomwaffenprogramm mitzuarbeiten.

wl/uh (dpa,rtr,dapd)

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