1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Deutschland als Arbeitsort

Expats in Deutschland: Suche Fachkraft, biete Unfreundlichkeit

Fachkräfte aus dem Ausland schwärmen in einer Studie für die deutsche Wirtschaft. Wenn nur nicht das Wetter wäre. Das alleine verhagelt Deutschland jedoch nicht die Beliebtheit. Was sind dann die Gründe?

Regen in Berlin (Picture-alliance/dpa/P. Zinken)

Berlin im Regen: Weniger als die Hälfte der Expats in Deutschland sind zufrieden mit dem Wetter

Deutschland ist bei den Expats - wie hochqualifizierte ausländische Fachkräfte und aus dem Ausland Zugezogene genannt werden - durchaus beliebt. Zwei Drittel der ausländischen Fachkräfte loben vor allem die überdurchschnittliche Jobsicherheit in Deutschland. Zudem geht mehr als die Hälfte der Expats davon aus, dass sie in der Bundesrepublik besser bezahlt werden als in ihrem Heimatland.  Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Expat Insider 2017" der Münchener Firma InterNations, die ein soziales Netzwerk für Expats betreibt. Nach eigenen Angaben ist die Umfrage eine der größten über das Leben und Arbeiten im Ausland. Insgesamt wurden über 12.000 Menschen befragt. 

Aber die Beliebtheit Deutschlands als Arbeitsort schwindet: Mit Platz 23 von 65 Nationen verliert Deutschland zum dritten Mal in Folge seine Platzierung in der Umfrage. Schuld ist aber nicht allein das Wetter, mit dem Expats hierzulande unzufrieden sind. Während der Arbeitsmarkt als besonders attraktiv gilt, wird die deutsche Gesellschaft im internationalen Vergleich als eine der am wenigsten gastfreundlichen Bevölkerungen wahrgenommen. Das ergeben die Antworten der 800 befragten Expats in Deutschland, die zu großen Teilen aus den USA und Großbritannien stammen. 

Kalte Deutsche, schwierige Sprache

Die Studie sammelt Antworten zu den Aspekten Lebensqualität, Eingewöhnung, Arbeit, Familienleben und Finanzen. Grundsätzlich sind 8 von 10 Expats zufrieden mit Deutschland. Bei der Lebensqualität schaffte die Bundesrepublik immerhin Platz 10, bei dem Unterpunkt Mobilität sogar Platz 5. Besonders schlecht schnitt Deutschland hingegen beim Punkt "Eingewöhnung im Gastland" ab: Platz 56 von 65, hinter Russland und Polen sowie knapp vor Saudi-Arabien.

Video ansehen 04:33

Die Expats-Szene in Berlin

Sieben von zehn Befragten beschreiben die Deutschen als "reserviert". Mehr als die Hälfte gibt an, dass es ihnen schwer fällt, deutsche Freunde zu finden - Platz 59 von 65 weltweit für Deutschland. Das könnte nicht nur an den Expats liegen: Probleme beim Freundschaften schließen haben auch 43 Prozent der Deutschen, wenn sie selbst im Ausland arbeiten.

Die Gäste in Deutschland nennen vor allem die komplizierte deutsche Sprache überdurchschnittlich oft als Hemmnis. Einige Befragte gaben an, dass Deutsche gegenüber Fremdsprachlern nicht gerade entgegenkommend seien. Dabei hatte der CDU-Politiker Jens Spahn sich erst kürzlich über die steigende Anzahl englisch sprechender Hipster beschwert. Grundsätzlich gelten aber auch Österreich (Platz 64), die Schweiz (Platz 61) und die skandinavischen Länder als weniger zugänglich für Ausländer, vor allem im Vergleich mit einigen zentralamerikanischen Ländern.

Sieger Bahrain, Verlierer Griechenland 

Den internationalen Spitzenplatz belegte in der Umfrage das Land Bahrain - noch vor Costa Rica und Mexiko, die beide vor allem beim Klima und Gastfreundlichkeit besonders gut abschneiden. Bahrain punktet dafür bei der Work-Life-Balance und der Eingewöhnung: Dreiviertel der Befragten gaben an, auch nur mit Englisch- und ohne Arabischkenntnisse zurechtzukommen. Ganze 17 Plätze zum Vorjahr verloren die USA in der Studie und müssen sich nun mit einem Platz 43 begnügen. Die Hauptgründe: Beim Aspekt "Politische Stabilität" büßten die Vereinigten Staaten bei den Befragten über 30 Prozentpunkte zum Vorjahr ein, dazu landen die USA auf dem letzten Platz bei "Kosten der Kinderbetreuung und Bildung". Den letzten Platz in der Umfrage belegte allerdings ein anderes Land - das krisengeschüttelte Griechenland. Die Löhne seien einfach zu gering, gaben Befragte an. 

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema