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Wirtschaft

Expansion und Rückzug

Die weltweite Wirtschaftsflaute trifft die Banken in diesem Jahr schwer. Harte Einschnitte sind die Folge. Das bekommen auch die Wachstumsmärkte in Mittel- und Osteuropa zu spüren.

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Deutsche-Bank Filiale in Polen

Zwar bauen zahlreiche internationale Institute ihre Position in Mittel- und Osteuropa weiter aus. Aber auch hier zeichnet sich eine Konsolidierung der Branche ab. Während einige Banken weiter expandieren, ziehen sich andere bereits wieder zurück. Der Markt in Mittel- und Osteuropa sei inzwischen weitgehend aufgeteilt, erklärt Bank Austria-Vorstand Willi Hemetsberger die Entwicklung. Für neue Marktteilnehmer biete der Bankensektor kaum noch Platz.

Ausleseprozess geht weiter

In den nächsten zwei bis drei Jahren erwartet Hemetsberger, dessen Gesellschaft die Spitzenposition in Osteuropa einnimmt, dass weitere Institute die Segel streichen. Banken ohne klare Osteuropastrategie werden Schwierigkeiten haben, ihre Position zu verteidigen, betont er. Durch den EU-Beitritt osteuropäischer Länder stehe dem Bankensektor zudem eine weitere Deregulierungsrunde mit noch härterem Wettbewerb bevor.

Unterdessen ist die zweite Konsolidierungswelle in einige Ländern bereits voll im Gange. So hat sich zum Beispiel die halbstaatliche Bayerische Landesbank im Frühjahr 2002 aus Kroatien zurückgezogen. Die Berliner Bankgesellschaft ist gerade dabei, ihre Beteiligung in der Tschechischen Republik zu veräußern. Und in Ungarn, wo die erste Konsolidierungsphase sehr früh angelaufen ist, haben gleich drei große internationale Banken den Markt verlassen - die niederländischen Institute ING und ABN Amro sowie die französische Société Générale.

Spitzenplatz für österreichische Bank

Unter den Netzwerkbanken, das sind Banken, die ihren Kunden ein flächendeckendes Netz in der gesamten Region zur Verfügung stellen, ist die zur deutschen HypoVereinsbank gehörende Bank Austria-Gruppe die klare Nummer Eins. Sie erreicht eine Bilanzsumme von 21,6 Milliarden Euro und ist mittlerweile in 15 Ländern tätig.

Zweitgrößte Bank ist die italienische UniCredito mit einer Bilanzsumme von 18,1 Milliarden Euro und Filialen in acht Ländern. Dahinter folgen die weltgrößte Bank, die Citibank, mit Stammsitz in New York und einer Bilanzsumme von 14,9 Milliarden Euro in acht Ländern vor der Société Générale mit 14,7 Milliarden Euro und einer Präsenz in neun Staaten der Region.

Wachstumspotenzial trotz Konsolidierung

Trotz der Konsolidierung verfüge der Bankenmarkt in Osteuropa über beträchtliches Wachstumspotenzial, sagt Marianne Kager, Chef-Volkswirtin der Bank Austria-Gruppe. Sie rechnet damit, dass sich das Bilanzvolumen in Mittel- und Osteuropa von derzeit rund 363 Milliarden Euro bis zum Jahr 2005 um 37 Prozent auf über 500 Milliarden Euro erhöhen werde. Das entspräche immerhin noch einer Wachstumsrate von zehn Prozent pro Jahr. (Bericht vom 26.07.2002)

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