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Wissen & Umwelt

Exotische Pflanzen wachsen an der Autobahn

Blüten des Schmalblättrigen Greiskrauts (Quelle: Fabelfroh)

Am Rande der Autobahn A 40 wachsen mehr als 440 verschiedene Pflanzenarten – darunter einige Exoten, die dort eigentlich nicht hingehören.

Ein Team von 70 deutschen Wissenschaftlern nutzte das Straßenfest "Still-Leben A 40", für das die Autobahn im Juli einen Tag lang für den Autoverkehr gesperrt war, um die Artenvielfalt auf den Grünstreifen rechts und links des Ruhrschnellwegs zu dokumentieren.

Dabei entdeckten sie für die Gegend untypische Pflanzen wie das seltene Mauerglaskraut, das sonst hauptsächlich in bäuerlichen Kulturlandschaften wächst, oder den Krähenfuß-Wegerich. Das Kraut ist normalerweise auf Salzwiesen an der Nord- und Ostsee zu finden. Wie die Pflanze an die Autobahn kommt, können Botaniker nur erahnen. "Der Krähenfuß ist eine Salzpflanze", erklärt Corinne Buch von der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet (BSWR). Die Kontaminierung des Bodens rund um die Autobahn durch Streusalz könnte dazu geführt haben, dass der Krähenfuß dort prächtig gedeiht.

Noch weiter gereist als der Wegerich ist das Schmalblättrige Greiskraut, das eigentlich in Südafrika beheimatet ist. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Pflanze über Rückstände an Lastwagenreifen ins Ruhrgebiet gekommen ist.

Kartierer dokumentieren während des Straßenfests Still-Leben A40 die Artenvielfalt an der A 40. (Quelle: BSWR)

Kartierer bei der Arbeit auf der stillgelegten A 40

Die vollständige Sperrung der Autobahn war eine einmalige Gelegenheit für die Forscher verschiedener Universitäten und Einrichtungen. Bisher waren ähnliche Untersuchungen nur stichpunktartig bei Staus oder an Raststätten möglich. Das Vorkommen vieler, auch ungewöhnlicher Arten sei typisch entlang großer Straßen und in Industriebrachen, so Corinne Buch. (gk/ht/BSWR/dpa)