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Wissen & Umwelt

ExoMars: Europäisch-russische Mars-Mission gestartet

Unser Nachbarplanet hat keine Ruhe vor uns: Wieder ist eine Raumsonde unterwegs zum Mars - dieses Mal mit dem Ziel, endlich Leben zu finden. Heute Abend geht die Sonde auf ihre Bahn, bis dahin heißt es: Daumen drücken.

Der Start ist schon mal gelungen: Pünktlich um 10:31 Uhr MEZ hob die russische Proton-Trägerrakete vom Raumfahrtbahnhof in Baikonur, Kasachstan, ab. Es war ein bisschen bewölkt, die Bilder, die bei der ESA in Darmstadt ankamen, ein bisschen verschwommen.

Jubel gab es keinen, nur milden Applaus. Aber der Start war erst der Anfang. Frühestens heute Abend gegen 22:00 Uhr wissen wir, ob die Rakete die Raumsonde auf die richtige Bahn Richtung Mars gebracht hat. Von dort braucht sie noch einmal sieben Monate zum Roten Planeten.

Gähnen Sie schon beim Lesen? Fragen Sie sich vielleicht: Wie viele Raumsonden schicken NASA, ESA und Roskosmos denn noch da hoch? "Wir wollen verstehen", erklärt Pascale Ehrenfreund, die Chefin des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, "wie Leben in unserem Sonnensystem entstanden ist und dafür müssen wir zum Mars." Und so ist der Schwerpunkt der Mission ExoMars, konsequenter denn je nach Leben auf dem Roten Planeten zu suchen - nach vergangenem Leben oder nach Leben, das es dort heute noch gibt.

Mikroorganismen statt Marsmenschen

Wenn sich Leben auf dem Mars findet, dann werden das mit Sicherheit keine intelligenten Lebensformen sein, sagt Paulo Ferri, der Leiter des Missionsbetriebs. Gleichzeitig seien aber viele Wissenschaftler überzeugt, "dass bakterielles Leben in der Vergangenheit auf dem Mars möglich war und vielleicht auch heute noch in verschiedenen Gebieten existiert". Denn es gab flüssiges Wasser auf dem Mars, das wissen wir von früheren Mars-Missionen.

Und es gibt Methan. Dieses Spurengas fanden Forscher in Meteoriten, die Mars-Rover der NASA gesammelt haben. "Man weiß", versichert Ferri gegenüber der DW, "dass Methan in der Marsatmosphäre existiert, aber die Prozesse ihrer Entstehung konnte man bislang nicht verstehen." ExoMars soll nun klären, ob das Methan durch biologische Prozesse entstanden ist oder vielleicht doch durch Vulkanismus - das wäre eher enttäuschend.

Das Gerät, das die große Aufgabe hat, Methan zu suchen und zu entscheiden, welchen Ursprung es hat, ist die Atmosphärensonde Trace Gas Orbiter (TGO). Sie ist eine von zwei aneinandergekoppelten Sonden, die jetzt auf dem Weg zum Mars sind. Im Oktober, wenn sie (hoffentlich) den Mars erreichen, trennen sie sich voneinander. Dann wird der TGO in einer Umlaufbahn um den Mars kreisen und mehrere Jahre lang wie eine riesige Nase Methan erschnüffeln.

Die zweite Sonde soll auf dem Mars landen. Sie ist eher ein Testlandegerät für anstehende Missionen. Schließlich sollen keine Fehler passieren, wenn die ESA im Jahr 2018 einen eigenen Rover zum Mars schickt.

In nicht allzu langer Zeit könnten auch Menschen zum Mars fliegen. Das sei keine Utopie, versichert der ehemalige deutsche Astronaut Thomas Reiter der DW: "Da habe ich keine Zweifel, wir Menschen sind Entdecker!"

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