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Politik

Exil-Tibeter: Gespräche mit China gut verlaufen

Zum ersten Mal seit den Unruhen in Tibet fanden Gespräche zwischen den Sondergesandten des Dalai Lama und Vertretern der chinesischen Regierung statt. Sie seien gut verlaufen – so die Exil-Tibeter.

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Villenviertel in Shenzhen - der vermutete Gesprächsort

Der Chef der tibetischen Exilregierung habe den Dialog als sehr gut beschrieben, teilte ein Sprecher der im indischen Dharamsala sitzenden Exil-Regierung am Montag (5.5.2008) mit. Die Gespräche am Sonntag fanden hinter verschlossenen Türen statt. Es waren die ersten ihrer Art seit den Unruhen in der tibetischen Hauptstadt Lhasa im März.

Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete, die nächste Gesprächsrunde werde zu einem "angemessenen Zeitpunkt" stattfinden. Begleitet wurde die Gesprächsrunde von wiederholten Anschuldigungen, der Dalai Lama und seine Anhänger wollten China "spalten", stachelten andere zur Gewalt an und wollten die Olympischen Spiele "sabotieren.

Gespräche abseits des politischen Zentrums

Karte China mit Tibet und Lhasa

Beide Seiten hatten sich schon im Vorfeld bemüht, die hohen Erwartungen zu dämpfen. Wenn der Ort eines Treffens etwas über dessen Wert verrät, dann ist dies tatsächlich eine unbedeutende Zusammenkunft. Sie fand in der südchinesischen Wirtschaftsmetropole Shenzhen statt und nicht in der Hauptstadt Peking.

Immerhin: Chinas Führung und der Dalai Lama sprechen miteinander - wenn auch nur indirekt und inoffiziell. Aktivisten fordern, dass der internationale Druck auf China aufrechterhalten bleiben müsse, damit der Dialog auch zu einer veränderten Minderheitenpolitik in Tibet führt. Wenn es keine Ergebnisse gebe, habe China seinen wichtigsten Joker - das Dialogangebot - verspielt.

Regierungssprecherin Jiang Yu hatte Ende April erklärt, die Begegnung finde auf vielfachen Wunsch des Dalai Lama statt, und die tibetische Seite aufgefordert, diese Gelegenheit "wertzuschätzen". Seit 2002 gab es bereits sechs solcher Begegnungen, die jedoch ergebnislos blieben.

Tibet weiterhin größtenteils gesperrt

Westliche Staaten hatten die chinesische Führung nach den Protesten im März, bei denen nach tibetischen Aussagen etwa 140 Menschen starben, wiederholt zu Gesprächen mit dem Dalai Lama aufgerufen.

Die Autonome Region Tibet ist inzwischen für chinesische Touristen wieder geöffnet. Ausländische Journalisten haben aber weiterhin keinen Zugang zu der Region mit Ausnahme einer kleinen Gruppe von Reportern, die strikt bewacht am Base-Camp des Mount Everest warten, um über die geplante Gipfelbesteigung der Olympia-Fackel zu berichten. (wga/mg)

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