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Pressemitteilungen

Exil-Autorin: Immer mehr Schriftsteller in Belarus stützen Lukaschenko

Swetlana Alexiewitsch im Interview von DW-RADIO

Die Gründung des regierungsnahen Schriftsteller-Verbandes in Belarus "ist offenkundig die Antwort auf die Aktivitäten des bislang bestehenden Verbandes, der in Opposition zum herrschenden Regime steht". Das sagte die in Deutschland im Exil lebende weißrussische Autorin Swetlana Alexiewitsch in einem Interview des Belarus-Programms von DW-RADIO. Der Verband war am vergangenen Freitag (18.11.) in Minsk gegründet worden. Die zu den renommiertesten Schriftstellerinnen ihrer Heimat zählende Essayistin erklärte, immer mehr Berufskollegen "bekennen sich zu den herrschenden Verhältnissen in Belarus". Wer als Autor der Politik von Staatspräsident Alexander Lukaschenko die Unterstützung versage, gelte automatisch als Feind der Regierung und werde "systematisch aus dem öffentlichen Leben verdrängt".


Die 57-Jährige hatte nach eigenen Angaben im Jahr 2000 aufgrund ihrer systemkritischen Werke ihre Heimat verlassen müssen und lebt jetzt bei München. "Ich wurde zu einer Geisel des politischen Systems", so Swetlana Alexiewitsch in der Deutschen Welle. Die Gründung des neuen Verbandes erfolge offensichtlich vor dem Hintergrund der im nächsten Jahr geplanten Wahl des Staatspräsidenten in Belarus. Er solle den autoritär regierenden Präsidenten Lukaschenko "künstlerisch und propagandistisch unterstützen", so Alexiewitsch. Angeführt werde die Organisation vom früheren Leiter des Lukaschenko-Wahlstabs und jetzigen Kabinettsmitglied Nikolaj Tscherginez.

22. November 2005
265/05

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