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Fußball

Ex-Weltstar Figo will FIFA führen

Im Rennen um das Präsidentenamt im Fußball-Weltverband kündigt Ex-Profi Luis Figo seine Kandidatur an. Damit ist der Portugiese der bislang prominenteste Herausforderer von Amtsinhaber Joseph S. Blatter.

Im Machtkampf um das Amt als FIFA-Präsident hat Joseph Blatter mit Luís Figo den nächsten Konkurrenten bekommen. Der Portugiese erklärte am Mittwoch seinen Willen, bei der Wahl am 29. Mai in Zürich anzutreten und den skandalumwitterten Weltverband aus der Krise zu führen. "Ich freue mich, meine Kandidatur für die FIFA-Präsidentschaft zu verkünden. Fußball hat mir in meinem Leben so viel gegeben, und ich will etwas zurückgeben", twitterte der 42-Jährige.

Beim US-Sender CNN begründete der 127-malige portugiesische Nationalspieler nur einen Tag vor Ablauf der Bewerbungsfrist seinen durchaus überraschenden Schritt: "Wenn man nach der FIFA im Internet sucht, ist das erste Wort, das erscheint: Skandal - keine positiven Wörter. Das ist es, was wir als erstes ändern müssen, um das Image der FIFA zu verbessern. Der Fußball verdient Besseres", sagte Figo.

Voraussetzungen erfüllt?

Luis Figo wird von einem Gegenspieler attackiert (Foto: JOCHEN LUEBKE/AFP/Getty Images)

Als Spieler hat Figo so manches Duell gefochten

Luís Figo war Weltfußballer des Jahres 2001 - die Trophäe hatte er damals von Blatter überreicht bekommen. Bei den WM-Turnieren 2002 und 2006 spielte der Mittelfeldstratege für Portugal, im Spiel um Platz drei gegen Deutschland (1:3) bestritt er sein letztes Länderspiel. Im Club-Trikot war er unter anderem für die Top-Vereine Real Madrid, FC Barcelona und Inter Mailand aktiv. 2009 beendete er seine Karriere.

Für seine Kandidatur muss Figo nachweisen, dass er in den vergangenen fünf Jahren mindestens zwei Jahre eine aktive Rolle im Fußball gespielt hat und die Unterstützung von fünf nationalen Verbänden haben. Letzteres Kriterium hat Figo nach eigenen Angaben erfüllt. Die FIFA-Kommission für Audit und Compliance muss bewerten, ob Figos vorwiegend kommerziell motivierten Auftritte der jüngeren Vergangenheit - beispielsweise als Repräsentant eines UEFA-Sponsors und eines Wettanbieters aus Asien - als Fußball-Engagement gewertet werden können. Sonst wäre eine Kandidatur schon früh gescheitert.

Spannende Rollenfrage

Für welche Fraktion im mittlerweile zerstrittenen Funktionärsensemble der Blatter-Freunde und Blatter-Feinde der einstige Ballvirtuose aber in das Präsidentenrennen geht, ist vorerst unklar. Als starker europäischer Kandidat hätte der charismatische Figo durch seinen guten Namen noch am ehesten Chancen, Blatter sicher geglaubte Stimmen aus Afrika oder Asien zu entreißen. "Ich habe gesehen, dass sich das Bild der FIFA verschlechtert und in meinen Gesprächen mit vielen Menschen im Fußball - Spielern, Managern und Verbandspräsidenten - haben diese mir gesagt, dass etwas getan werden muss", sagte Figo.

FIFA-Präsidentschaftskandidat Michael van Praag bei einer rede (Foto: Dean Mouhtaropoulos/Getty Images)

Auch der Niederländer Michael van Praag hat seinen Hut in den Ring der FIFA-Präsidentschaftswahl geworfen

Kurios war in jedem Fall, dass Figo unmittelbar vor der Pressekonferenz des niederländischen Verbandschefs

Michael van Praag

seine Bewerbung lancierte und dem UEFA-Funktionär somit die Show stahl. Mitbewerber Jérôme Champagne hatte wenige Stunden zuvor in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur vor einem "Krieg zwischen FIFA und UEFA" gewarnt und beklagt, dass er mit seinen programmatischen Ideen im Machtgeflecht der internationalen Verbände chancenlos sei.

Sechs Kandidaten

Vor Figo hatten Amtsinhaber Blatter, FIFA-Vize Prinz

Ali bin al-Hussein

aus Jordanien, Champagne, van Praag und der französische Ex-Nationalspieler

David Ginola

ihre Bewerbung für die Wahl beim FIFA-Kongress am 29. Mai angemeldet. Ginola jedoch musste am Freitag einräumen die Kriterien für eine Kandidatur um das Präsidentenamt des Fußball-Weltverbandes nicht erfüllen zu können. "Ich muss zu dem Schluss kommen, dass ich bis zum Fristende nicht die Bestätigung für fünf Nominierungen bekommen habe und ich daher leider nicht in der Lage bin, meine FIFA-Präsidentschaftskandidatur aufrecht zu halten", teilte der ehemalige französiche Nationalspieler mit. Da Blatter bereits Zusagen der Kontinentalverbände aus Afrika, Asien und Ozeanien hat, gilt eine fünfte Amtszeit des in Europa umstrittenen FIFA-Chefs als sehr wahrscheinlich.

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