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Welt

Ex-Präsident Gbagbo unter Druck

Der Machtkampf in der Elfenbeinküste spitzt sich zu: Während die Truppen des abgewählten Präsidenten Gbagbo unter massivem Feuer liegen, gibt es Meldungen über dessen angebliche Verhandlungsbereitschaft.

Hubschrauber über der Stadt (Foto: dpa)

Ex-Präsident Gbagbo unter Druck: Französischer Militärhubschrauber über Abidjan

Die Kämpfe im westafrikanischen Staat Elfenbeinküste sind auch am Dienstag (05.04.2011) mit unverminderter Härte weitergegangen. Die Truppen des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo verteidigten in der Wirtschaftsmetropole Abidjan Stellungen gegen die vorrückenden Kräfte des international anerkannten Wahlgewinners Alassane Ouattara.

Gbagbo unter Druck

Flammen an größerem Gebäude (Foto: dpa)

Angriff in Abidjan: Präsidentenpalast in Flammen

Die Kämpfe konzentrierten sich am Dienstagmorgen nach Angaben von Einwohnern in Abidjan vor allem auf das Gebiet um den Präsidentenpalast im Süden der Stadt. Dort sei schweres Geschützfeuer zu hören gewesen. Gekämpft worden sei auch rund um die Polizeischule in Cocody, wo zahlreiche Ausländer lebten. Die Lage dort sei besonders heikel, weil die Brücken, die zu dem Stadtviertel führten, von Anhängern Gbagbos gehalten würden.

Die Truppen Ouattaras hatten nach Angagen seiner Sprecherin in der Nacht die Residenz Gbagbos im Stadtteil Cocody im Osten Abidjans unter ihre Kontrolle gebracht. Wo sich der abgewählte Präsident selbst aufhält, ist unbekannt. Ouattaras Sprecher Patrick Achi sagte allerdings dem US-Nachrichtensender CNN, er sei einigermaßen sicher, dass Gbagbo im Präsidentenpalast sei. Er werde vielleicht schon bald gefangen genommen. Zu einem Bericht des britischen Rundfunksenders BBC vom Dienstag, Truppen Ouattaras hätten den abgewählten Machthaber Laurent Gbagbo in ihre Gewalt gebracht, gibt es keine Bestätigung.

EU: "sofortiger Machtverzicht"

Der von Wahlgewinner Ouattara bestellte Botschafter in Frankreich, Ali Coulibaly, sagte dem Sender France Info Radio, Gbagbo sei nun offenbar doch bereit, über seinen Rücktritt zu verhandeln. Einzelheiten nannte er nicht.

EU-Ratspräsident Herman van Rompuy rief Gbagbo zum sofortigen Machtverzicht auf. Er müsse gehen, damit Frieden herrschen könne, sagte van Rompuy am späten Montagabend nach einem Treffen mit dem Präsidenten der Kommission der Afrikanischen Union (AU), Jean Ping, in Brüssel.

Ouattara (Foto: AP)

Hofft nach Monaten des Wartens auf einen schnellen Machtwechsel: Wahlgewinner Ouattara

Ouattara wird auch von Einheiten der Vereinten Nationen und von französischen Streitkräften unterstützt, die vor allem zum Schutz der Zivilbevölkerung eingreifen. Französische Medien berichten, ausländische Militärhubschrauber hätten unter anderem ein Militärlager der Gbagbo-Truppen unter Beschuss genommen. Der Élysée-Palast bestätigte, französische Truppen seien auch an Angriffen der UN-Mission gegen die Soldaten von Gbagbo beteiligt.

Am Montag hatten in Abidjan UN-Hubschrauber Gbagbo-loyale Truppen unter Beschuss genommen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, Gbagbos Einheiten sollten durch den Militärschlag daran gehindert werden, schwere Waffen gegen Zivilisten einzusetzen. Ban sagte, er habe die 8000 Mann starke UN-Mission angewiesen, "alle erforderlichen Maßnahmen" zu ergreifen, um sich selbst zu verteidigen und das Leben von Zivilisten zu schützen.

Autor: Herbert Peckmann (rtr, dpa, epd, kna, dapd, afp)
Redaktion: Martin Schrader

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