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Fokus Südosteuropa

Ex-jugoslawische Veteranen im Frieden vereint

Veteranenverbände aus Serbien, Kroatien, sowie Bosnien und Herzegowina haben im serbischen Novi Sad ein Bündnis gegründet. Ihr Ziel ist, die ehemaligen Gengner zusammenzubringen und den Frieden in der Region zu fördern.

Zerschlagene Flagge des ehemaligen Jugoslawien (Grafik: DW)

Kriegsgegner schließen sich zusammen

Der Vorsitzende des Verbandes der Kriegsveteranen auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien stammt aus der serbischen Stadt Novi Sad. Zeljko Vukelic betont, dass sein Veteranen-Bündnis für die Versöhnung arbeite. Die Organisation wolle helfen, Vorurteile der Kriegsveteranen über die ehemaligen Kriegsgegner abzubauen.

Djuro Pejak Vorsitzender eines kroatischen Veteranenverbandes erinnert daran, dass die erste Begegnung der Veteranen geprägt gewesen sei von gegenseitigen Vorurteilen. "Nach den ersten Trainingsstunden und offenen Gesprächen ging es immer besser. Nach fünf Trainingstagen haben wir uns integriert und sind eine solide Truppe geworden. Und wir haben wirklich Vertrauen in einander gefasst", erzählt Pejak.

Narcis Misanovic Vorsitzender einer Veteranenorganisation in Sarajewo erklärt, warum er sich für das Projekt engagiert: Im Bosnien-Krieg habe er seinen Vater und Bruder verloren. Einen solchen Verlust möchte er seinen Kindern ersparen: "Ich bin heute hier, damit meine Kinder nicht erleben müssen, dass ich in einem Krieg falle oder ich erleben muss, dass eines meiner Kinder für was auch immer fällt."

Die Ersten im Frieden

Vier Kriegsveteranen sitzen in Novi Sad bei einem Treffen an einem Tisch (Foto: DW)

Einstige Feinde an einem Tisch

Der bosniakische Veteran Misanovic betonte, dass es für die im Bündnis versammelten Veteranen ein wichtiges Anliegen sei, sich nicht von Politikern instrumentalisieren zu lassen. Das Bündnis wolle neutral sein. "Wir unterstützen keine politische Seite, sondern nur die Idee vom Frieden, damit sich nie wieder so ein Krieg und eins solches Unglück wiederholt", sagt Misanovic.

Ihm und den übrigen Veteranen ist es wichtig, sich von solchen Veteranen abzugrenzen, "die in den Krieg gegangen sind, um zu plündern und Unschuldige zu töten." Solche Menschen seien "in unserer Gesellschaft nicht willkommen."

Das Bündnis wird jeweils von einem Serben, Kroaten und Bosniaken aus Bosnien und Herzegowina repräsentiert, sowie je einem Vertreter der Veteranenverbände aus Serbien und Kroatien. Die Organisation plant jetzt eine Gruppe zu gründen, die sich mit praktischer Friedensarbeit beschäftigt und die Ausbildungen von Veteranen fördert. Pejak rief die ehemaligen Feinde und jetzigen Verbündeten auf: "Wenn wir im schon im Krieg die Ersten waren, werden wir es auch im Frieden sein."

Autoren: Dinko Gruhonjic / Mirjana Dikic

Redaktion: Fabian Schmidt

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