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Südamerika

Ex-Guerilla-Chef Rodrigo Londoño will Präsident Kolumbiens werden

Im letzten Job ein Revolutionär, im neuen Job Staatspräsident - diesen Karriereschritt zumindest will der ehemalige FARC-Chef Londoño gehen. Er kündigte seine Kandidatur für die kommende Präsidentenwahl in Kolumbien an.

Nach der Aufgabe des bewaffneten Kampfes will der ehemalige Anführer der FARC-Guerilla, Rodrigo Londoño (Artikelbild), im kommenden Jahr für das Amt des kolumbianischen Präsidenten kandidieren. Das teilte die neu gegründete FARC-Partei mit. Sie gab zugleich ihre Kandidaten für die Wahl zum Kongress im kommenden März bekannt. Gemäß dem Friedensabkommen vom vergangenen November sind der Partei dort zehn Sitze garantiert.

Londoño möchte Santos beerben

Der 58-jährige Londoño, der zu Kampfzeiten den Namen "Timochenko" trug, war der letzte Guerillakommandeur der "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia). Für die FARC unterzeichnete er im November 2016 mit der Regierung von Präsident Juan Manuel Santos ein Friedensabkommen, infolge dessen die linksgerichteten Rebellen ihre Waffen niederlegten. Rund 7000 FARC-Kämpfer übergaben bis Mitte dieses Jahres alle Waffen an die Vereinten Nationen. Präsident Santos, der für das Friedensabkommen mit dem Friedensnobelpreis geehrt wurde, kann bei der Wahl am 27. Mai 2018 nicht mehr kandieren.

Beim FARC-Gründungskongress im August und September in Bogotá war Londoño ungeachtet eines im Juli erlittenen Schlaganfalls zum Parteivorsitzenden bestimmt worden. Der Partei gaben die Delegierten den Namen "Fuerza Alternativa Revolucionaria del Común" (Alternative revolutionäre Kraft des Volkes) und behielten damit die Abkürzung FARC bei.

Kolumbien Rosen-Logo der FARC Partei (ANNCOL)

Rosen statt Waffen: Das Logo der neuen FARC-Partei

Noch nicht alles gut in Kolumbien

Insgesamt fielen beim über 50 Jahre andauernden Konflikt zwischen der FARC und den Regierungen Kolumbiens insgesamt mehr als 220.000 Menschen der Guerilla, den Streitkräften und rechten Paramilitärs zum Opfer. Zuletzt konnten zehntausende Flüchtlinge in ihre Dörfer zurückkehren. Sorge bereitet aber, dass in vielen von der FARC bis vergangenes Jahr kontrollierten Gebieten andere kriminelle Banden versuchen, die Kontrolle etwa über den Kokaanbau und den Drogenhandel zu gewinnen. Zudem gibt es noch keinen Friedensvertrag mit der letzten Guerilla, der kleineren ELN. Seit dem Besuch von Papst Franziskus in Kolumbien im September gilt aber auch mit dieser Gruppierung ein Waffenstillstand.

cw/wa (dpa, afp, ape)

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