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Aktuell Nahost

Ex-Geheimdienstchef Suleiman tot

Kürzlich wollte er noch zur Präsidentschaftswahl antreten: Doch nun ist der einst mächtige ägyptische Geheimdienstchef Omar Suleiman im Alter von 77 Jahren gestorben.

Einer der wichtigsten Mitstreiter des gestürzten ägyptischen Machthaber Husni Mubarak ist tot: Wie die amtliche Nachrichtenagentur MENA berichtete, ist der einstige Geheimdienstchef des Landes, Omar Suleiman, in einem Krankenhaus in den USA gestorben. Er habe seit einigen Monaten an einer Lungenkrankheit und Herzbeschwerden gelitten. Als sich sein Zustand vor drei Wochenplötzlich verschlechterte, sei der 77-Jährige in ein Krankenhaus in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio gebracht worden.

Noch im Mai hatte Suleiman bei der ägyptischen Präsidentschaftswahl antreten wollen. Seine Kandidatur war aber nicht zugelassen worden, weil er nicht die nötigen Unterstützerunterschriften vorlegen konnte. Vergangenes Jahr stand er kurzzeitig im Rampenlicht der Weltöffentlichkeit, als er den Rücktritt von Langzeit-Präsident Mubarak verkündete. Dieser hatte ihn kurz vor seinem Sturz zu seinem Stellvertreter ernannt.

Geschätzter Unterhändler

Suleiman gehörte über Jahrzehnte zum engsten Führungskreis um Mubarak. Im Jahre 1993 wurde er Geheimdienstchef. Als solcher ist er vielen Ägyptern bis heute verhasst. Anders als Mubarak wurde er aber nach dem Sturz des Regimes nicht vor Gericht gestellt. In der Welt der Diplomatie war er dagegen beliebter: Israelis wie Palästinenser sollen ihn als verlässlichen Gesprächspartner geschätzt haben.

Suleiman war es zum Beispiel, der Gespräche zwischen der israelischen Regierung und der radikal-islamischen Hamas vermittelte. Laut US-Medienberichten war er aber auch an der Verschleppung von Terrorverdächtigen zur Befragung und Folter durch den US-Geheimdienst CIA im Ausland beteiligt.

det/haz (afp, rtr)