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Kultur

Ex-Fußballer in multikultureller Mission

Vom Sprücheklopfer, Stürmer und Mittelfeld-Regisseur zur Kultfigur Japans: Pierre Littbarski ist bei dieser WM wieder im Einsatz und erklärt uns, warum die Japaner eigentlich lieber Baseball als Fußball spielen.

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Japanexperte Pierre Littbarski

Mit flatternder Matte im Nacken, Blondsträhnchen im Pony, einem leicht gebückten Höhlenmenschgang und immer nah dran am Ball – so kennen wir Pierre Littbarski, Weltmeister 1990 und eine Ikone des deutschen Nachkriegsfußballs. Litti, der kleine Mann mit den dicken Muskelbeinen aus Berlin – lange Zeit stand sein Name für schnellen Antritt, scharfes Dribbling und kluge Pässe. 1,68 Meter klein, wendig und vor allem unberechenbar war er nicht nur für seine Gegner, sondern auch für Trainer und Mannschaftskameraden. Für Scherze, Streiche und Späße war er stets zu haben.

Keine Frage: Littbarski ist ein Original, das den deutschen Fußball bereichert und ein Stück von seiner Spießbürgerlichkeit befreit hat.

Neues Comeback

Knapp zehn Jahren nach seinem Abschied vom deutschen Profi-Fußball ist Litti wieder vor den Kameras bei der WM 2002. Statt dem Ball führt er heute ein Mikrofon eng am Körper, und erklärt, warum Japaner in Stadien Bratwurst am Stiel essen, Baseball lieben und nett zu ihren Gegnern sind. Die Matte ist weg, von Blondsträhnchen keine Spur mehr. Littbarski kommentiert für das ZDF die Spiele der japanischen Nationalelf. Im japanischen Fernsehen präsentiert er außerdem täglich die Fußball-Highlights während der WM.

Kultfigur Litti-San

Hochzeitsfoto von Pierre Littbarski

Pierre Littbarski mit japanischer Ehegattin

Littbarski kennt Japan mittlerweile fast so gut wie Deutschland. Knapp acht Jahre hat er in Japan gelebt, spielte bei Proficlubs und trainierte unter anderem den japanischen Erstligisten FC Yokohama. Er spricht und liest Japanisch, hat eine japanische Frau und nennt das Land seine zweite Heimat. Mittlerweile hat der kleine Mann aus Berlin Kultstatus in Japan. "Litti-San", wie Littbarski liebevoll von den Japanern genannt wird, ist im Land der aufgehenden Sonne Werbeträger, Sportsmann, Hoffnungsträger und Fußballentwicklungshelfer in einem.

Zwar ist Littbarski derzeit als Trainer des MSV Duisburg engagiert, aber er macht keinen Hehl daraus, dass er gerne nach Japan zurückkehren würde. Am liebsten als Nationaltrainer. Doch vielleicht wird auch bald wieder ein deutscher Botschafter in Japan gesucht. Die Bedeutung des Sports für die Politik ist ja bekanntlich nicht zu unterschätzen.

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