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Aktuell Welt

Ex-FBI-Chef soll VW in Abgas-Affäre helfen

Volkswagen will laut einem Medienbericht den früheren FBI-Direktor Louis Freeh als Vermittler im Konflikt mit den US-Umweltbehörden wegen der Abgasmanipulationen hinzuziehen. VW baut vor allem auf seine Kontakte.

Der VW-Vorstand wolle Freeh mit Billigung des Aufsichtsrats als Sonderbeauftragten einsetzen, berichtete der Rechercheverbund aus "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR. Die Berufung des 66-Jährigen soll demnach am Dienstag in dem für die Abgasaffäre zuständigen Sonderausschuss des Aufsichtsrats besprochen werden. Dabei soll er mehr als Moderator denn als Kontrolleur in der Diesel-Affäre eingesetzt werden. Dem deutschen Automobilkonzern drohen wegen manipulierter Abgaswerte Strafen und Schadensersatzzahlungen in Milliardenhöhe. Der Volkswagen-Konzern wollte sich zu dem Medienbericht nicht äußern.

Erfahrung als Berater bei Daimler

Freeh hatte in den vergangenen Jahren bereits Daimler als Vermittler bei Konflikten mit den US-Behörden gedient. Er war 2006 von dem Stuttgarter Autohersteller als Berater angeheuert worden, um eine Schmiergeldaffäre zu bewältigen. In Abstimmung mit der US-Justiz setzte Daimler Freeh 2010 als Kontrolleur ein, um die Korruptionsbekämpfung im Konzern zu überwachen. Unterstützt wurde er dabei von Christine Hohmann-Dennhardt, die im Daimler-Vorstand für Integrität und Recht zuständig war.

Seit Anfang des Jahres ist die frühere Verfassungsrichterin Hohmann-Dennhardt bei Volkswagen in derselben Funktion tätig. Dem Medienbericht zufolge gilt sie als treibende Kraft hinter der Berufung Freehs.

Das Verhältnis von Europas größtem Autobauer zu den US-Umweltbehörden, Regierung und Parlament ist stark angespannt, seitdem bekannt wurde, dass der Wolfsburger Autokonzern über Jahre die Abgaswerte von Diesel-Fahrzeugen manipulierte.

qu/wl (dpa, afp, rtr)