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Aktuell Amerika

Ex-CIA-Chef wegen Geheimnisverrats verurteilt

Die Affäre mit seiner Biografin hat den früheren CIA-Chef David Petraeus schon sein Amt gekostet. Um eine Haftstrafe zu vermeiden, machte er einen Deal mit dem Staatsanwalt - und kam mit einer Bewährungsstrafe davon.

Der hochdekorierte Ex-General David Petraeus hatte seiner Biografin Paula Broadwell nicht nur Einblick in sein Leben gegeben, sondern auch in streng vertrauliche Akten und E-Mails. Jetzt ist der frühere CIA-Direktor wegen Geheimnisverrats zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Außerdem müsse Petraeus eine Geldstrafe von 100.000 Dollar (93.000 Euro) zahlen, erklärte das Justizministerium in Washington.

Er hatte die nicht genehmigte Weitergabe von vertraulichem Material eingeräumt. Durch das Schuldbekenntnis bleibt Petraeus ein Strafprozess erspart, der wohl peinliche Details über seine Affäre mit der früheren Reserveoffizierin Broadwell ans Licht gebracht hätte.

Passwörter, Geheimaktionen und Treffen mit Obama

Der CIA-Chef hatte 2012 seinen Geheimdienstposten aufgegeben, nachdem seine Affäre aufgeflogen war. Zunächst hatten die beiden die Vorwürfe bestritten, doch dann stießen Ermittler in Broadwells Computer auf geheimes Material. Durch den Deal mit der Staatsanwaltschaft blieb dem früheren General, der für seine Erfolge im Irak und in Afghanistan gefeiert worden war, eine drohende Gefängnisstrafe bis zu acht Jahren erspart.

Bei den als streng vertraulich eingestuften Informationen handelt es sich laut Justizministerium um acht Dokumentensammlungen aus Petraeus Zeit als Kommandeur der internationalen Truppen in Afghanistan. Diese beinhalteten seine Terminkalender, die Identität von an Geheimaktionen beteiligten Offizieren sowie Passwörter und Berichte über seine Treffen mit US-Präsident Barack Obama. Diese Informationen kamen in Broadwells 2012 erschienenen Buch allerdings nicht vor.

Gutes Leben in der zivilen Welt

Petraeus entschuldigte sich nach seinem Rücktritt als CIA-Chef und zuletzt noch einmal, als er vor dem Bundesgericht sein Schuldbekenntnis abgelegt hatte. Er betonte jedoch, dass sein Verhalten nicht die nationale Sicherheit gefährdet habe.

Heute arbeitet Petraeus in der freien Wirtschaft. 2013 war er zu der milliardenschweren Investmentfirma Kohlberg Kravis Roberts (KKR) gewechselt. Dort ist er Vorsitzender des neugegründeten KKR Global Institute, das sich wirtschaftlichen Prognosen, der Unternehmenskommunikation und neuen Märkten widmet.

fab/chr (dpa, afp)