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Politik & Gesellschaft

Ex-Bundesbankchef Weber rückt an UBS-Spitze

Zürich statt Frankfurt: Der frühere Bundesbankpräsident Axel Weber soll als erster Deutscher Präsident der Schweizer Großbank UBS werden. Damit schaut die Deutsche Bank in die Röhre.

Der ehemalige Bundesbankpräsident Axel Weber (Foto: DW-TV)

Geht in die Schweiz: Der ehemalige Bundesbankpräsident Axel Weber

Die größte Schweizer Bank teilte am Freitag (01.07.2011) in Zürich mit, Axel Weber der Generalversammlung im Mai 2012 zur Wahl in den Verwaltungsrat vorzuschlagen. Weber werde dann vollamtlicher Vizepräsident. Nach dem ersten Amtsjahr solle er im Jahr 2013 die Nachfolge des amtierenden Verwaltungsratspräsidenten Kaspar Villiger antreten.

Das Logo der Bank in der Filiale in Aarau (Foto: dpa)

Das Logo der Bank in der Filiale in Aarau

Weber erklärte, für ihn sei es eine "attraktive Perspektive", die Zukunft der Bank mitgestalten zu können. Die UBS sei ein "dynamischer weltweit tätiger Finanzdienstleister". Der UBS-Verwaltungsrat in der Schweiz ist dem deutschen Aufsichtsrat ähnlich, allerdings mit weit größeren Kompetenzen. Er führt die Geschäfte der Aktiengesellschaft und ist somit nicht nur Aufsichtsorgan. Weber wäre der erste Deutsche an der Spitze der UBS und der mächtigste Bankenchef der Schweiz - vergleichbar mit der heutigen Rolle Ackermanns bei der Deutschen Bank.

Genehmigung erforderlich

Der 54-Jährige beantragte für seinen Wechsel an die Spitze des UBS-Verwaltungsrates bereits die Genehmigung der Bundesbank, wie das Frankfurter Institut mitteilte. Eine solche Zustimmung sieht der Vertrag zwischen Weber und der Bundesbank vor. Das Geldinstitut kennt allerdings keine festen Wartezeiten für ihre ausgeschiedenen Vorstände. Der Vorstand entscheidet stets im Einzelfall.

UBS-Präsident Kaspar Villiger spricht auf der Generalversammlung in Basel 2010 (Foto: AP)

UBS-Präsident Kaspar Villiger spricht auf der Generalversammlung in Basel 2010

Villinger nannte Weber "eine starke Persönlichkeit von internationalem Format" und attestierte ihm eine außerordentlich breite Expertise im internationalen Finanz- und Bankwesen sowie stark ausgeprägte Führungserfahrung.

Differenzen mit Trichet

Weber war von April 2004 bis April 2011 Präsident der Bundesbank und galt lange Zeit als gesetzter Nachfolger von Jean-Claude Trichet als Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). Als sich abzeichnete, dass einige seiner geldpolitischen Positionen in der EZB nicht mehrheitsfähig waren, kündigte Weber im Februar überraschend den Rückzug von der Spitze der Bundesbank an.

Seitdem war der habilitierte Volkswirt immer wieder als möglicher Kandidat für die Nachfolge von Josef Ackermann an der Spitze der Deutschen Bank gehandelt worden. Die Deutsche Bank sucht seit Monaten nach einem künftigen Chef. Derzeit lehrt Weber für ein Jahr als Gastprofessor an der Universität von Chicago.

Sehr attraktiver Posten

Blick auf die Zentrale der UBS prangt in Zürich (Archivfoto 2006, dpa)

Imposant: die Zentrale der UBS prangt in Zürich

Die UBS gehört in Europa zu den Banken, die am schwersten von der Finanzkrise getroffen wurden. Sie musste vom Steuerzahler mit 60 Milliarden Franken gestützt werden, fährt aber inzwischen wieder Gewinne in Milliarden-Höhe ein. Für den attraktivsten Posten der Eidgenossen war selbst der Schweizer Ackermann im Gespräch.

Als UBS-Präsident erwartet Weber ein Jahresgehalt von zwei Millionen Schweizer Franken sowie eine Prämie von 200.000 Aktien, die er mindestens vier Jahre lang halten muss. Nach heutigem Marktpreis sind diese UBS-Anteile rund 3,1 Millionen Franken wert.

Autor: Reinhard Kleber (dapd, afp, dpa, rtr)
Redaktion: Martin Schrader

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