1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kultur

Evangelischer Gottesdienst aus Loccum

Der Deutschlandfunk überträgt den Gottesdienst aus der Klosterkirche

Evangelische Klosterkirche Loccum (Niedersachsen); Copyright: Pfarrer Frank-Michael Theuer

Evangelische Klosterkirche Loccum

Seit 850 Jahren ein Ort der Gottesnähe

Horst Hirschler, Bischof i.R. und Abt des Klosters, wird predigen. In einem Eingangsteil wird er – in Zusammenspiel mit Musik – besondere Kunstschätze der Kirche „vor Augen führen“ wie das fast 800 Jahre alte Kreuz sowie das neue Auferstehungsfenster oder die „umarmende“ Christusfigur. Stiftskantor Michael Merkel leitet den Chor, er spielt auch die neue Seifert-Orgel mit ihren 44 Registern. Außerdem sind die Bläserinnen und Bläser der Posaunenchöre des Kirchenkreises Stolzenau-Loccum unter der Leitung von Landesposaunenwart Henning Herzog zu hören.

Die spätromanische Kirche aus dem 13. Jahrhundert wurde zum 850-jährigen Bestehen des Klosters Loccum mit großem Aufwand restauriert. Genau 850 Jahre ist es her, dass zwölf Mönche nach einem langen Fußmarsch in Loccum eintrafen, um den Boden urbar zu machen und ein Kloster zu errichten. Kreuzgang und Klostermauern, die Bibliothek, ja selbst die Fischteiche sind noch erhalten. Wo im Mittelalter bis zu 180 Mönche beteten und arbeiteten, werden heute Pastorinnen und Pastoren ausgebildet und finden Tagungen in der Akademie statt. Doch noch immer wird täglich um 18 Uhr zum Abendgebet in die Klosterkirche, zur Hora, eingeladen – heute kommen Gäste und Einheimische so wie vor Jahrhunderten die Zisterziensermönche.

Evangelische Klosterkirche, Loccum (Niedersachsen)

Innenansicht der Klosterkirche

Der Grundriss der Klosterkirche ist kreuzförmig. Kein mächtiger Turm, sondern ein für Zisterzienserkirchen typischer Dachreiter ragt in den Himmel. Aus der Zeit der Mönche stammt noch ein großes Kreuz mit einer gemalten Christusfigur. „Gott hat Jesus in seinem Leid nicht verlassen“, so Horst Hirschler: „Und damit man das nie vergisst, haben die alten Zisterziensermönche um den sterbenden Christus ein fünf Zentimeter breites goldenes Band gemalt. Baumharz mit Goldstaub: Gold ist das Zeichen der geheimen Anwesenheit Gottes.“

Eine weitere Besonderheit ist eine Bronze-Skulptur des Künstlers Werner Franzen, deren Erstguss im Altenberger Dom bei Köln zu sehen ist: Sie zeigt, wie Christus sich vom Kreuz herabbeugt und einen der Gründer des Zisterzienserordens, Bernhard von Clairveux, wie auch den Reformator Martin Luther umarmt. „Das ist die Geschichte unseres Klosters“, so Abt Hirschler im Blick auf die Einführung der Reformation in Loccum: „Über 400 Jahre Bernhard, über 400 Jahre Luther - und beide umarmt Christus. Ein ökumenisches Bild, eine Skulptur von großer Christusliebe.“

Ein Film über die Kirche ist zu sehen unter www.radiokirche.de