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Syrien

Evakuierungen in Syrien gehen weiter

Zivilisten können wieder Ost-Aleppo und die schiitischen Dörfer Fua und Kafraja verlassen. Hilfsorganisationen zufolge sollen noch zehntausende Menschen darauf warten, in Sicherheit gebracht zu werden.

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Zivilisten in Aleppo schöpfen neue Hoffnung

Zehn Busse haben die ersten Zivilisten aus den beiden von Rebellen belagerten Orten Fua und Kafraja im Nordwesten Syriens gebracht. Die Fahrzeuge seien am Morgen in der nordsyrischen Stadt Aleppo angekommen, meldeten regierungsnahe Medien. An Bord waren rund 500 Menschen, darunter Frauen, Kinder, Kranke und Verletzte, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte. Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle verfügt über ein Netz aus Informanten in Syrien, von unabhängiger Seite sind ihre Angaben kaum zu überprüfen.
Im Laufe des Tages sollten weitere Menschen aus den beiden Orten in der Provinz Idlib gebracht werden.

Busse warten am Sonntag in Aleppo auf weitere Menschen (picture-alliance/Photoshot/Y. Zhen)

Busse warten am Sonntag in Aleppo auf weitere Menschen

Syriens Führung und Vertreter der Opposition hatten sich zuvor auf die teilweise Evakuierung der beiden vor allem von Schiiten bewohnten Orte geeinigt. Sie erfolgt im Gegenzug für den Abzug von Kämpfern und Zivilisten aus den letzten Rebellengebieten im Osten der lange umkämpften Stadt Aleppo. Der mit Syrien verbündete schiitische Iran hatte gefordert, dass auch die Belagerung von Fua und Kafraja aufgehoben werden müsse.

Kinder aus einem Weisenhaus in Sicherheit 

Auch die am Sonntagabend wieder aufgenommene Evakuierung Ost-Aleppos geht weiter, wie es von offizieller syrischer Seite hieß. Den Menschenrechtsbeobachtern zufolge verließen seitdem 65 Busse die Rebellengebiete und brachten rund 3500 Menschen in das Umland südwestlich der Stadt.

Auch 47 Kinder aus einem Waisenhaus in Ost-Aleppo wurden in Sicherheit gebracht. Einige von ihnen seien verletzt und dehydriert, teilte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) in Genf mit. Die Evakuierung sei ein Hoffnungsschimmer für zahlreiche andere Kinder in Syrien, sagte der zuständige Unicef-Regionaldirektor Geert Cappelaere. Viele von ihnen seien von ihren Familien getrennt und bräuchten sofortigen Schutz. Die Evakuierungen aus Ost-Aleppo waren in den vergangenen Tagen immer wieder ausgesetzt worden.

Ein Bild der offiziellen syrischen Nachrichtenagentur Sana zeigt einen für die Evakuierung von Fua und Kafraja vorgesehenen Bus nach einem Rebellen-Angriff (picture-alliance/AP Photo/SANA)

Ein Bild der offiziellen syrischen Nachrichtenagentur Sana zeigt einen für die Evakuierung von Fua und Kafraja vorgesehenen Bus nach einem Rebellen-Angriff

Das Bündnis "Entwicklung Hilft" teilte am Sonntag mit, dass noch etwa 50.000 Menschen darauf warteten, Aleppo zu verlassen. "Viele harren in zerbombten Häusern aus, ohne Essen und Trinken, teilweise schwer verletzt."

Am Sonntag einigte sich der UN-Sicherheitsrat auf den Entwurf für eine Resolution, die die Entsendung von UN-Beobachtern nach Aleppo vorsieht. Über sie soll an diesem Montag abgestimmt werden.

Stu/fab (afp, dpa, rtr)

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