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Kultur

Eurovision Song Contest erhält die Karlsmedaille 2016

Die "Médaille Charlemagne pour les Médias Européens" wird jedes Jahr in Aachen für besondere Verdienste um die europäische Einigung und die Bildung einer europäischen Identität verliehen. 2016 geht der Preis an den ESC.

Mit der Karlsmedaille für europäische Medien würdige man den ESC als europäischste aller Veranstaltungen, sagte der Vorsitzende des Vereins "Médaille Charlemagne", Michael Kayser.

An diesem größten Musikwettbewerb der Welt nehmen im Mai in Stockholm 42 Länder teil, unter ihnen auch einige, die geografisch nicht zu Europa gehören wie Israel, Armenien oder Aserbaidschan. Die Veranstalter erwarten eine Zuschauerzahl von mehr als 200 Millionen an den Fernsehbildschirmen und bei den Public Viewing-Veranstaltungen.

Mit solchen Zuschauermassen gibt der ESC jedem Teilnehmerland die Möglichkeit, sich einer großen Gemeinschaft zu präsentieren - und das am liebsten unpolitisch, denn politische Botschaften sind bei dem Wettbewerb nicht gern gesehen, außer es handelt sich um Friedensbotschaften. Überdies biete der ESC auch kleinen europäischen Ländern, regionalen Besonderheiten und verschiedenen Kulturen ein Forum, hieß es unter anderem in der Begründung der Jury.

Ulvaeus: "Waffe im Kampf gegen dunkle Mächte"

Die Mitglieder der schwedischen Popgruppe Abba, (l-r) Benny Andersson, Annafrid Lyngstad, Agnetha Fältskog und Björn Ulvaeus, beim Grand Prix d'Eurovision de la Chanson im südenglischen Brighton, Foto: dpa

ABBA 1974 nach dem Sieg, Björn Ulvaeus ganz rechts

Die Auszeichnung nahm Ingrid Deltenre, die Generaldirektorin der European Broadcastin Union (EBU) entgegen. Die EBU ist Veranstalter des Gesangswettbewerbs. Die Laudatio hielt der Sänger und Komponist Björn Ulvaeus, weltbekannt als eines der vier ABBA-Mitglieder. ABBA hatte den Wettbewerb 1974 mit dem Song "Waterloo" gewonnen.

In seiner Rede sprach Ulvaeus vom ESC als "machtvollem Symbol und Waffe im Kampf gegen dunkle Mächte, die uns ins Mittelalter zurückdrängen wollen". Musik kenne keine Grenzen und habe die Macht, Menschen zu vereinen. Seit 60 Jahren bringe die "Ehe" von Musik und Fernsehen die Nationen näher zueinander.

Europa grenzenlos - wenigstens an einem Abend

Auch Michael Kayser betonte, dass die Gefahr eines Auseinanderbrechens der Europäischen Union nie so konkret gewesen sei wie heute, viele Regierungen kehrten der europäischen Idee den Rücken und verfielen wieder in nationale Denkmuster. Ein grenzübergreifender Wettbewerb wie der ESC fördere jedoch das europäische "Wir-Gefühl". Der ESC sei völkerverbindend, und an einem Abend im Jahr zumindest vereine die Musikshow die Menschen.

Der undotierte Medienpreis wird seit dem Jahr 2000 an Persönlichkeiten oder Organisationen aus dem Medienbereich vergeben, die sich in besonderem Maße für ein einiges Europa einsetzen. Frühere Preisträger sind unter anderem der niederländische Schriftsteller Cees Noteboom, die Organisation "Reporter ohne Grenzen" oder der deutsche Filmemacher Wim Wenders.

sw/so(dpa/ebu/medaille-charlemagne.eu)