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Aktuell Europa

Eurovision Song Contest: Das Finale

Überschattet von anhaltender Kritik an Menschenrechtsverletzungen hat in der Hauptstadt des autoritären Aserbaidschan das ESC-Finale begonnen. Für Deutschland geht der 21-jährige Roman Lob ins Rennen.

Roman Lob zeigte sich kurz vor seinem Auftritt in der "Crystall Hall" am Kaspischen Meer sichtlich zufrieden. "Die Generalprobe war super. Der Sound war super. Ich freu' mich. Ich geb' mein Bestes für euch", strahlte er in einer Live-Schaltung nach Deutschland. Im schwarzen T-Shirt und Schirmmütze hatte er zuvor nochmals seine Ballade "Standing Still" gesungen. Der gelernte Industriemechaniker hat die Startnummer 20. Auch die anderen 25 ESC-Kandidaten aus Europa probten noch einmal für die ESC-Show.

Tausende Fans aus ganz Europa sind zum Finale nach Baku gereist. In Deutschland gibt es zwei große Grand-Prix-Partys: Auf der Hamburger Reeperbahn versammelten sich mehrere tausend Fans zur offiziellen Feier. In der Heimatstadt von Roman Lob, in Neustadt (Wied), strömten 1200 Fans zum Public Viewing.

Schwedin Loreen die Favoritin

Top-Favoritin bei Buchmachern und in der Fangemeinde ist die Schwedin Loreen mit ihrem Mystik-Dance-Popsong "Euphoria". Doch auch den russischen "Pop-Omas" Buranowskije Babuschki mit dem Song "Party for Everybody" werden Chancen eingeräumt. Der Sieger, der den Wettbewerb dann für 2013 in sein Heimatland holt, steht gegen Mitternacht (MESZ) fest.

Geschätzte 120 Millionen Menschen in Europa werden die größte Fernsehshow des Kontinents an ihren Bildschirmen verfolgen. Abstimmen kann das Publikum in allen 42 ESC-Teilnehmerländern. Über das Ergebnis entscheiden zu jeweils 50 Prozent die Zuschauer und nationale Jurys.

Video ansehen 02:35

Markus Löning im DW- Interview

Gewalt gegen Oppositionelle hält an

Auch der Finaltag des Musikspektakels war überschattet von schwerer Kritik an der autoritären Regierung unter Staatschef Ilcham Alijew. Die Opposition hatte in den vergangenen Wochen die internationale Aufmerksamkeit für den Contest genutzt, um auf Menschenrechtsverstöße der Führung im Südkaukasus hinzuweisen. Die Staatsmacht ging mit unverminderter Härte gegen Regierungskritiker vor. Am Tag vor dem Finale schlugen Sicherheitskräfte laut Opposition auf Demonstranten ein, als sich diese zu einem friedlichen Protest in Baku versammelt hatten. Mehr als 70 Menschen wurden vorübergehend festgenommen.

Bundesregierung besorgt

Es sei inakzeptabel, wie Menschen in der früheren Sowjetrepublik unter Druck gesetzt würden, beklagte der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen im Bundestag, Volker Beck, forderte die Veranstalter des Gesang-Festivals auf, ihre Vergabepraxis zu überdenken. Es dürfe nicht in jedem Fall der Automatismus greifen, "ein Land gewinnt den Contest und dann darf sich das Regime entsprechend darstellen", sagte Beck im Deutschlandradio Kultur.

se/sti (dpa, epd, dapd)

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