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Fokus Osteuropa

Euroregion zwischen Serbien, Bosnien und Kroatien geplant

Unter dem Namen Europanon wollen Städte und Gebiete von Bosnien-Herzegowina, Serbien und Kroatien grenzübergreifend enger zusammenarbeiten. Mit dieser Initiative soll ein gemeinsamer Kooperationsraum geschaffen werden.

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Novi Sad Gastgeber der Veranstaltung

Auf einer Versammlung der Vereinigung multi-ethnischer Städte Südosteuropas ist am 30. November in Novi Sad eine Initiative zur Gründung der Euroregion Europanon gestartet worden. In Novi Sad in der serbischen Provinz Vojvodina hieß es, die Euroregion Europanon solle die Vojvodina, die Gespanschaft Vukovar-Srijem sowie Osijek-Baranja in Kroatien, das Kanton Tuzla, den Distrikt Brcko in Bosnien und sechs Gemeinden aus dem serbischen und bosnischen Drina-Gebiet umfassen.

Kriegswunden noch frisch

Goran Svilanovic vom Südosteuropa-Stabilitätspakt sagte bei dem Treffen, in dieser künftigen Euroregion seien die Kriegswunden noch sehr frisch und schmerzhaft. "Wir versuchen die Gemeinden in der Region zusammenzubringen, die noch getränkt ist von den Tränen der Opfer von Kriegsverbrechen. Dessen müssen wir uns bewusst sein. Die Gefühlslage bei den Bürgern jeder Gemeinde ist noch so, dass sie nicht vergessen und verzeihen können. Und daher muss die erste Forderung der Gründer von Europanon sein, dass von den Regierungen in der Region größeres Engagement bei der Verhaftung mutmaßlicher Kriegsverbrecher verlangt wird."

Schritt zur EU-Integration

Die Direktorin des serbischen Büros für die Annäherung an die EU, Tanja Miscevic, sagte, die Zusammenarbeit als Euroregion sei eine Notwendigkeit im Westbalkan. "Die regionale Zusammenarbeit war anfangs für alle Länder des Westbalkan Voraussetzung für eine Annäherung an die Europäische Union. Heute sprechen wir immer mehr davon, dass es für jedes dieser Länder zwingend erforderlich ist, Fortschritte bei der EU-Integration zu machen."

Die Initiatoren sind zuversichtlich, dass ihr Vorhaben gelingen wird. Der Vorsitzende der Vereinigung multi-ethnischer Städte, Zivorad Kovacevic, sagte der Deutschen Welle, die Gründung von Europanon werde gelingen, auch wenn es einige Zeit dauern werde: "Wir glauben, dass alle Möglichkeiten bestehen, eine sehr seriöse und wichtige Euroregion zu gründen, weil die Beziehungen in der Region langsam wieder aufgenommen werden. Es versteht sich, dass dies ein lang andauernder Prozess ist, auch wenn wir grundsätzlich die Einwilligung von allen Mitgliedern haben, den Gemeinden, Städten, Kantonen und Regionen, dass sie sich anschließen werden. Ich glaube, das wird eine hervorragende Euroregion in diesem Teil Europas."

Ziel ist ein Kooperationsraum

Der Leiter der OSZE-Mission in Serbien, Ola Urstad, sagte, die Gründung der Euroregion Europanon sei ein Zeichen dafür, dass sich der Westbalkan von einer instabilen und konfliktreichen Region zu einem Kooperationsraum wandeln werde. Der Vorsitzende des Vojvodina-Parlaments, Bojan Kostres, sagte, die Vojvodina könne in Europa als Beispiel für Multi-Ethnizität und Multi-Kulturalität gelten. Die Gründung einer Euroregion, deren Mitglied die Vojvodina ist, setze den Wiederaufbau der Zusammenarbeit auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien fort.

Dinko Gruhonjic, DW-Serbisch

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