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Pferdefleisch-Skandal

Europol zerschlägt Ring krimineller Pferdefleisch-Händler

Der Pferdefleisch-Skandal erschütterte vor vier Jahren Europa. Auch Deutschland war betroffen, hier wurde Tiefkühl-Lasagne zurückgerufen. Ermittler haben jetzt 65 mutmaßliche Betrüger gefasst.

Europäische Fahnder haben eine kriminelle Organisation zerschlagen, die von Spanien aus europaweit mit Pferdefleisch illegale Geschäfte machte. 65 mutmaßliche Mitglieder seien festgenommen worden, unter ihnen der in Belgien ansässige mutmaßliche Kopf der Bande, teilte die Polizeibehörde Europol mit. Ihnen werde Tierquälerei, Betrug, Gefährdung der öffentlichen Gesundheit, Geldwäsche und Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Die Betrüger brachten demnach für den Verzehr ungeeignetes Pferdefleisch in den Handel und schlugen daraus Profit.

Festnahmen in acht europäischen Staaten 

Die Ermittlungen gegen den Ring hatten im vergangenen Jahr in Spanien begonnen und zielten nach Informationen der Tageszeitung "El País" insbesondere auf den niederländischen Fleischhändler Jan Fasen. Dieser wurde von der französischen Justiz wegen des 2013 entdeckten Skandals um Pferdefleisch in Lasagne-Packungen gesucht, der mehrere europäische Staaten betraf. Nach Angaben von Europol wurde im Zuge der Fahndung ein "niederländischer Geschäftsmann" im Badeort Calp bei Alicante festgenommen. Dieser habe mit dem in Belgien ansässigen mutmaßlichen Chef des Händlerrings, ebenfalls ein Niederländer, in Verbindung gestanden.

In Deutschland war vor allem in Lasagne Pferdefleisch gefunden worden (Foto: picture-alliance/dpa)

In Deutschland war vor allem in Lasagne Pferdefleisch gefunden worden

Zunächst seien in Spanien 25 Verdächtige festgenommen worden, hieß es bei Europol weiter. Später habe es weitere Festnahmen bei Razzien in Belgien, Frankreich, Portugal, Rumänien, Italien, in der Schweiz und Großbritannien gegeben. Dabei seien auch mehrere Bankkonten, Immobilien und Luxusautos beschlagnahmt worden.

750 Tonnen Pferdefleisch in 4,5 Millionen Fertiggerichten

Der illegale Handel mit Pferdefleisch war 2013 ans Licht gekommen, als in Irland Pferdefleisch in Hamburgern entdeckt worden war. Die französischen Behörden gingen damals davon aus, dass im Zuge der kriminellen Machenschaften rund 750 Tonnen Pferdefleisch in rund 4,5 Millionen Fertiggerichten verarbeitet wurden, obwohl auf deren Etiketten reines Rindfleisch stand. Diese Gerichte seien dann in 13 europäischen Ländern zum Verkauf angeboten worden. Auch Deutschland war betroffen, hier wurde etwa Tiefkühl-Lasagne mit Anteilen von Pferdefleisch zurückgerufen. 

sti/qu (afp, dpa)