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Aktuell Europa

Europaweites Islamistennetzwerk gesprengt

17 Haftbefehle und 15 Festnahmen in sechs Staaten: Mit einer Großrazzia gegen Islamisten sind laut Polizei Anschläge in Norwegen und im Nahen Osten vereitelt worden. Deutsche Behörden waren an den Ermittlungen beteiligt.

Italien Haftbefehle Terrorverdächtige

Italienische Ermittler erläutern bei einer Pressekonferenz in Rom die Hintergründe der Anti-Terror-Razzia

Die 15 Verdächtigen wurden in Italien, Großbritannien und in Norwegen gefasst. Die meisten von ihnen sind Kurden. Sie sollen unter anderem Angriffe auf Politiker in Norwegen sowie auf norwegische und britische Diplomaten im Nahen Osten geplant haben, teilte die italienische Polizei in Rom mit.

Islamisten wollten Freilassung Mullah Krekars

Das Islamistennetzwerk habe sich im "Dark Web" organisiert, erläuterte Polizeichef Giovanni Governale. Ziel der Anschläge sei die Freilassung des kurdischen Irakers Mullah Krekar. Der Mitbegründer und Anführer der Islamistengruppe Ansar al-Islam, die auf der Terrorliste der USA und der UN steht, war in Norwegen erst kürzlich erneut zu einer 18-monatigen Haftstrafe verurteilt worden, weil er einem Kurden mit dem Tod gedroht und in einem Fernsehinterview zu Gewalt aufgerufen hatte.

Norwegen Mullah Krekar

Ziel der geplanten Anschläge der islamistischen Extremisten war die Freilassung des inhaftierten Mullah Krekar

Krekar war 1991 als Flüchtling nach Norwegen gekommen und lebt seitdem dort. Zwar wurde er von den Behörden als Gefahr für die nationale Sicherheit eingestuft. Weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass ihm im Irak die Todesstrafe droht, wurde er bislang nicht ausgewiesen.

Europaweite Ermittlungen dauerten mehrere Jahre

Die Razzien seien das Ergebnis fünfjähriger Ermittlungen, sagte der für die Terrorabwehr zuständige Staatsanwalt Franco Roberti. Auch Behörden in Deutschland, der Schweiz, Großbritannien, Norwegen und Finnland seien beteiligt gewesen. Koordiniert wurden die Festnahmen aber von Den Haag aus, dem Sitz der europäischen Stelle für Justizzusammenarbeit Eurojust. Momentan wird noch ein Verdächtiger gesucht, der sich vermutlich im Irak aufhält.

hk/uh (afp, rtr)