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Aktuell Kultur

Europas größter Chanukka-Leuchter steht in Berlin

Auch Innenminister de Maizière war dabei, als am Brandenburger Tor die erste Kerze an dem zehn Meter hohen Leuchter entzündet wurde - ein stilles, aber eindrucksvolles Zeichen zum Beginn von Chanukka.

Zum Auftakt des jüdischen Lichterfestes ist die erste Kerze an einem Chanukka-Leuchter vor dem Brandenburger Tor in Berlin entzündet worden. An der Zeremonie (Artikelbild) nahmen neben Rabbinern auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und der israelische Botschafter Yakov Hadas-Handelsman teil. Der zehn Meter hohe, achtarmige Leuchter ist nach Angaben der jüdisch-orthodoxen Glaubensgemeinschaft Chabad Lubawitsch der größte in Europa.

Mit dem achttägigen Lichterfest Chanukka erinnern die Juden an den erfolgreichen jüdischen Makkabäer-Aufstand gegen die Fremdherrschaft der Syrer und an die Wiedereinweihung des Jerusalemer Tempels im Jahr 164 vor Christus. Der Überlieferung zufolge wurde ein einziger Krug mit geweihtem Öl von den Griechen im Tempel übersehen und daher nicht vernichtet. Normalerweise hätte diese Menge Öl nur für einen Tag als Brennstoff ausgereicht. Wie durch ein Wunder brannte der Tempelleuchter aber acht Tage lang. In Erinnerung daran wird an einem Chanukka-Leuchter jeden Tag nach Einbruch der Dunkelheit eine weitere Kerze angezündet.

Lobpsalmen, Geschenke, Latkes und Sufganiot

Während des Festes werden Lobpsalmen gesprochen und in den Synagogen besondere Abschnitte aus der Thora gelesen. Bräuche, die in der Diaspora verbreitet sind, wie das Verteilen von Geschenken oder das Drehen des Kreisels sind auch in Israel anzutreffen. Außerdem ist es üblich, in Öl gebratene Speisen zu essen: Latkes (Kartoffelpfannkuchen) und Sufganiot (Krapfen). Schulen sind während der acht Chanukka-Tage geschlossen, Geschäfte aber sind geöffnet und alle Büros oder Dienstleistungsbereiche arbeiten regulär.

Das Lichterfest hat auch die christlichen Advents- und Weihnachtsbräuche beeinflusst. Chanukka-Leuchter werden traditionell auch vor dem Weißen Haus in Washington, nahe dem Big Ben in London und auf dem Roten Platz in Moskau aufgestellt. In Berlin gibt es nach Angaben von Chabad insgesamt 21 Leuchter im öffentlichen Raum. Das Fest endet in diesem Jahr am 24. Dezember.

sti/jj (dpa, epd)