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Kultur

Europas eigene Web-Endung

Die Europäische Union zeigt Flagge im Internet. Seit 1996 gibt es Pläne, eine europäische Top-Level-Domain einzuführen. Ende des Jahres sollen nun die ersten Internet-Adressen mit der Endung ".eu" im Netz stehen.

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Die EU demnächst mit eigener Domain im Internet

Seit April 2002 ist es offiziell: die Europäische Union (EU) vereinigt Europa auch im Netz – mit der Internet-Kennung ".eu". Im Mai soll nun eine Organisation bestimmt werden, die die Registrierungen der einzelnen Internet-Namen unter dieser so genannten Top-Level-Domain verwaltet. Bislang hat fast jedes Land in Europa seine eigene virtuelle Adresse: In Deutschland ist es beispielsweise die Endung ".de", in Frankreich ".fr". Daneben gibt es noch allgemeine Domains wie ".com" oder ".org", die zwar von den USA aus verwaltet, aber von Firmen und Organisationen aus aller Welt genutzt werden.

EU-Erfolg hängt von der Nutzung ab

Mit einer eigenen europäischen Adresse versucht die Europäische Kommission, dieser amerikanischen Dominanz im Internet entgegenzuwirken. Daneben ist es für Unternehmen eine Chance, bereits in der Internet-Adresse zu zeigen, dass sie aus Europa stammen. Bislang treten europäische Unternehmen entweder mit einer Web-Endung ihres Heimatlandes auf, oder unter der US-Kennung ".com" – oder unter beiden. Aber nicht nur Unternehmen sind angesprochen: Auch Privatpersonen, Organisationen oder Institute können sich eine Internet-Adresse mit der Endung ".eu" registrieren lassen.

Ob die neue Kennung Erfolg haben wird, hängt letztendlich davon ab, wie stark die Nachfrage ist, das heißt, wie viele Internet-Nutzer sich registrieren lassen wollen. Sabine Dolderer von der "denic EG", die die Registrierungen unter der deutschen Endung ".de" verwaltet, ist eher skeptisch. Die Zeit der großen Nachfrage nach Internet-Adressen ist ihrer Ansicht nach vorbei: "Ich denke das Interesse an einer '.eu'-Endung war vor ein paar Jahren noch wesentlich stärker als das heute der Fall ist. Die meisten Leute haben ihre Domains bereits registriert und die Internet-Adressen sind fertig. Die E-Mail-Adressen sind auch schon auf das Briefpapier gedruckt." Nach Ansicht von Dolderer könnte ".eu" für Firmen aber ein interessanter zusätzlicher Domain-Name sein.

Unterschiedliche Registrierungsrichtlinien in Europa

Ob die neue Domain genutzt wird, hängt zudem davon ab, welche Beschränkungen es bei der Anmeldung von Internet-Adressen geben werden. Das ist in Europa sehr unterschiedlich geregelt. In Deutschland beispielsweise gibt es laut "denic EG" keine Registrierungsbeschränkungen. Jeder, der in Deutschland gemeldet ist, kann eine Internet-Adresse registrieren lassen. Er ist allein dafür verantwortlich, wenn er damit beispielsweise die Markenrechte anderer Firmen verletzt. Diese liberalen Richtlinien haben dazu geführt, dass in Deutschland mehr als 6,6 Millionen Internet-Adressen registriert sind.

In Frankreich dagegen sind die Registrierungsrichtlinien sehr streng. So dürfen nur französische Unternehmen oder Unternehmen mit Niederlassung in Frankreich dort eine Internet-Adresse registrieren lassen, Privatpersonen ist das nicht erlaubt. Die Folge ist, dass trotz zehn Millionen Web-Surfern in Frankreich nur 150.000 französische Domains registriert sind. Ähnlich sieht es in Spanien aus.

Richtlinien noch nicht festgelegt

Für Privatpersonen aus diesen Ländern könnte die europäische Top-Level-Domain eine Chance sein, eine persönliche Internet-Adresse zu registrieren. Allerdings sind die Registrierungsrichtlinien für die europäische Endung noch nicht genau festgelegt. Per Haugaard von der Abteilung Internet Related Services der Europäischen Kommission in Brüssel erklärt allerdings dazu: "Die Kriterien werden nicht streng oder belastend sein. Jeder, der sich in Europa aufhält, kann sich auch bewerben." Der Startzeitpunkt für die ersten Registrierungen wird nicht vor Ende 2003 liegen. Im Internet bieten bereits Firmen Vorregistrierungen an. Bindend sind diese allerdings nicht.

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