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Kultur

Europa stinkt den Briten

Die Briten können Europa nicht besonders gut riechen - und diesmal nicht ohne Grund: Ein fauliger Geruch vom Festland stinkt den Menschen im Süden Englands ganz gewaltig.

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Sind deutsche Schweine schuld?

Die Ursache für die dicke Luft war am Wochenende schnell gefunden:Der Ostwind und die deutschen Schweine. Der Hauch von Europa hat sich zu einer "Stinkbombe" aus Deutschland entwickelt. Die Erklärung der Meteorologen für "The Great Stink" las sich noch recht harmlos. Der Ostwind habe einen Geruchsmix aus Dung und Industrieabgasen über den Ärmelkanal auf die Insel geweht, erklärte eine Sprecherin der Wetterbehörde Met Office. Die Experten verglichen die Wolke mit Sahara-Sand, der in Sommerstürmen des öfteren in England lande.

Die Queen schließt die Fenster

Damit wollte sich die britische Presse jedoch nicht zufriedengeben. "Deutsche Schweine verursachen Gestank im Vereinigten Königreich", titelte das Massenblatt "Sun" am Samstag (19.04.2008) und schloss empört mit den Zeilen "Danke, Deutschland!". Auch die "Daily Mail" schloss sich der Theorie an, schließlich sei in der Bundesrepublik ja nun "Hauptdünge-Saison" und die Bauern verspritzen tonnenweise Schweinedreck auf den Feldern.

Schloß Windsor

Die Queen hat die Fenster geschlossen

Selbst die seriöse Zeitung "Guardian" rätselte, wer für den Gestank verantwortlich ist, vor dem auch die Queen hinter den hohen Mauern von Schloss Windsor nicht sicher gewesen sei. "Ich hoffe, sie hat die Fenster geschlossen", bemerkte dazu ein Sprecher der Tourismus-Information der Grafschaft Berkshire, in der das Schloss steht.

Deutsche oder französische Duftwolke?

Und so rümpften die Menschen von Windsor über Kent, East Anglia, Hertfordshire und bis in die Metropole London die Nase. Selbst bei Scotland Yard, der Hauptstadtpolizei, gingen angeblich sorgenvolle Anrufe ein. Empörte Bürger berichteten, sie hätten gar im Hyde Park die Nase zuhalten müssen. Schlimmer noch: "Es ist möglich, dass die Leute bis Montag das riechen, was sie momentan riechen", sagten Wetterexperten von MeteoGroup.

Der Euro-Wind blies zu guter Letzt auch der Deutschen Botschaft harsch in Gesicht. Reporter der "Daily Mail" wollten den Diplomaten eine offizielle Stink-Entschuldigung entlocken. Jedoch vergeblich. Mitarbeiter der Botschafter hätten "nichts ungewöhnliches" in der Luft bemerkt, schrieb das Blatt. Stattdessen habe man darauf aufmerksam gemacht, dass der Duft ja auch aus Frankreich kommen könne - das sei schließlich näher. (wga)