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Aktuell Welt

Europa schießt neuen Wettersatelliten ins All

Wann kommt ein Unwetter? Beobachtungen aus dem Weltraum sollen sicherstellen, dass es auf der Erde rechtzeitig Alarm gibt. Europa hat jetzt einen neuen Satelliten nach oben geschickt, der einen älteren ersetzen soll.

Ariane-5-Rakete startet vom Weltraumbahnhof in Kourou/Französisch-Guayana (Foto: AP)

Ariane-5-Rakete startet vom Weltraumbahnhof in Kourou/Französisch-Guayana

Plötzlich auftretende dunkle Wolken, heftiger Wind: Extreme Wetterlagen wie Stürme oder Dürren sind gefährlich und kosten Geld, viel Geld. Um sie künftig besser vorhersagen zu können, hat Europa von Südamerika aus einen neuen Satelliten ins Weltall geschossen. Der MSG-3 startete am späten Donnerstagabend wie geplant um 23.36 Uhr MESZ mit der Trägerrakete Ariane-5 vom Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana.

"Damit werden wir eine höhere Sicherheit für kurzfristige Wetterwarnungen haben", sagte Direktor Mikael Rattenborg vom europäischen Satellitenbetreiber Eumetsat in Darmstadt. Die von 25 Staaten finanzierte Organisation nutzt und steuert die Satelliten. MSG-3 soll einen älteren Vorgänger ersetzen.

Europa, Afrika und der Nordatlantik werden aus einer Höhe von 36.000 Kilometern beobachtet. Die Satelliten sind ein gemeinsames Projekt von Eumetsat und der Europäischen Weltraumagentur ESA, die ihr Kontrollzentrum Esoc ebenfalls in Darmstadt hat. Auf die Informationen greifen Meteorologen und nationale Wetterdienste zu.

Vorhersagen "in bester Qualität"

Die Satelliten liefern nicht nur Hinweise auf mögliche Unwetter und Gefahren für den Luftverkehr. Wichtig sind auch Daten für die besten Erntetage und Vorhersagen, ob es schön wird und gegrillt werden kann. "Diese Satelliten garantieren Wettervorhersagen in bester Qualität", ließ der ESA-Vorsitzende Jean-Jacques Dordain mitteilen. Die Prognosen würden verbessert und brächten "greifbare wirtschaftliche Vorteile".

Eumetsat betreibt gegenwärtig Meteosat-8 und Meteosat-9, beide stammen aus der zweiten Wettersatelliten-Generation. MSG-3 ist der dritte Satellit in dieser Reihe. Wenn er nach zehn Tagen seine Arbeit aufnimmt, wird er vermutlich für Meteosat-8 einspringen. Die Gesamtkosten der aus vier Satelliten bestehenden Reihe sind auf 2,2 Milliarden Euro veranschlagt. Die erste Meteosat-Generation startete 1977, die zweite 2002.

"Von der ersten zur zweiten Generation geschah ein Quantensprung", sagte Claudia Ritsert-Clark von Eumetsat. MSG-3 liefert alle 15 Minuten hoch aufgelöste Bilder. Von der ersten Generation kamen alle 30 Minuten Daten. Eine dritte Generation ist schon geplant. Sie soll von 2018 an schrittweise zum Einsatz kommen.

re/gri (dapd, dpa)