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Kultur

Europa-Preis für Meinungsfreiheit verliehen

In einer bewegenden Zeremonie haben eine Israelin und ein Palästinenser am 12. Dezember in Straßburg den "Sacharow-Preis für Meinungsfreiheit" des Europaparlaments entgegen genommen. Das Parlament würdigte damit das Engagement für Frieden und Toleranz der Literatur-Professorin Nurit Peled-Elhanan und des Schriftstellers Izzat Ghazzawi. Dritter Preisträger ist der angolanische Bischof Dom Zacarias Kamwenho, der sich für ein Ende des Bürgerkriegs und die nationale Aussöhnung engagierte.

Peled-Elhanan, deren 13-jährige Tochter vor drei Jahren von einem palästinensischen Selbstmordattentäter getötet wurde, rief eindringlich zum Ende der Gewalt auf. "Der Tod eines jeden Kindes ist der Tod der ganzen Welt", sagte sie zu den sichtlich bewegten Abgeordneten. Seit Beginn der Intifada seien über 200 israelische und palästinensische Kinder getötet worden. Der Nahostkrieg sei kein Krieg der Völker, sondern ein Krieg der Politiker und Stabschefs. "Sie benutzen unsere Kinder in ihrem Spiel", rief die 52-jährige Tochter eines Generals, die heute zu den bekanntesten Vertretern der israelischen Friedensbewegung gehört.

Ghazzawi berichtete, wie 1993 sein damals 16 Jahre alter Sohn in seinem Schulhof von israelischen Soldaten erschossen wurde, als er einem verletzten Kameraden helfen wollte. Damals habe er sich entschlossen, das "Leid als Mittel zum Heilen" einzusetzen. Eindringlich rief der 50-jährige Palästinenser und Israelis zum Verzicht auf Rache auf. Ghazzawi gehört dem Palästinensischen Rat für Frieden und Aussöhnung an und setzt sich seit Jahren für einen politischen und kulturellen Dialog mit Israel ein. Seine Werke waren wiederholt der israelischen Zensur ausgesetzt, wegen seiner politischen Aktivitäten war er mehrere Jahre inhaftiert.

Der nach dem verstorbenen russischen Dissidenten und Physiker benannte Sacharow-Preis wird vom Europaparlament seit 1988 an Persönlichkeiten verliehen, die sich auf vorbildliche Weise für Menschenrechte und Demokratie einsetzen.

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  • Datum 13.12.2001
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1TWr
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