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Aktuell Deutschland

"Europa nicht nur Geld und Schulden"

Unter weiß-blauem Himmel feiern Zehntausende in München den Tag der Deutschen Einheit. Bundestagspräsident Lammert nutzt den Festakt, um mit Nachdruck für die Weiterentwicklung Europas zu werben.

Vor der Kulisse bayerischer Trachtler stehen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, l-r), Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), Bundespräsident Joachim Gauck, Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und Andreas Voßkuhle, Präsident des Bundesverfassungsgerichts am 03.10.2012 vor dem Nationaltheater in München (Bayern) beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit. Foto: Frank Leonhardt/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit

Bundestagspräsident Norbert Lammert hat dazu aufgerufen, den europäischen Einigungsprozess entschlossen fortzuführen und den Kontinent nicht wieder in die Zeiten von rivalisierenden Nationalstaaten zurückfallen zu lassen. Die Weiterentwicklung Europas liege im deutschen Interesse, sagte Lammert beim zentralen Festakt in der Münchner Staatsoper anlässlich des 22. Jahrestages der deutschen Wiedervereinigung. Heute müsse man allerdings den Eindruck gewinnen, dass es in Europa nur um Geld, Schulden und ihre Tilgung gehe. Die Finanzkrise sei aber nicht "wie eine Naturkatastrophe über uns hereingebrochen", so der CDU-Politiker weiter. Hätten sich die Mitgliedsstaaten an geltendes Recht gehalten, gäbe es die Krise heute nicht. Deshalb müsse geltendes Recht wieder Vorrang vor ökonomischen Kalkülen haben. An dem Festakt in der bayerischen Landeshauptstadt nahmen mehr als 1500 Ehrengäste teil - unter anderen Bundespräsident Joachim Gauck und Kanzlerin Angela Merkel.

"Gemeinsam feiern im Freistaat Bayern"

Der Feiertag hatte begonnen mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Jesuitenkirche Sankt Michael. Er wurde zelebriert vom Münchner Kardinal Reinhard Marx, dem evangelischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und dem orthodoxen Metropoliten Augoustinos. Dabei warnte Bedford-Strohm Deutschland in der Eurokrise vor Überheblichkeit gegenüber anderen Ländern. Aus allen Äußerungen in Politik und Öffentlichkeit zu den Fragen, "die uns in Europa gegenwärtig bewegen", müsse der Geist wechselseitiger Achtsamkeit spürbar sein, sagte der evangelische Theologe. Auch nach Ansicht des katholischen Münchner Erzbischofs Marx ist die Bundesrepublik verpflichtet, sich besonders für die Zukunft Europas zu engagieren.

Junge Frauen gehen am 02.10.2012 in München (Oberbayern) auf der «Ländermeile», die zur Feierlichkeit zum Tag der Deutschen Einheit aufgebaut wurde, durch eine rund fünf Meter hohe Nachbildung des Brandenburger Tors. Die zentrale Feier zum Tag der Deutschen Einheit findet stets in der Hauptstadt des Landes statt, das den Vorsitz im Bundesrat innehat. Foto: Peter Kneffel/dpa

Eine rund fünf Meter hohe Nachbildung des Brandenburger Tores auf der "Ländermeile" In München

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer hatte bereits am Dienstag mit dem offiziellen Startschuss für ein zweitägiges Bürgerfest in München die Feierlichkeiten eröffnet. Er sagte, man könne stolz sein auf das, was in den letzten 22 Jahren in Deutschland geleistet wurde.

Das Bürgerfest steht unter dem Motto "Gemeinsam feiern im Freistaat Bayern". Auf der Ludwigstraße zwischen Odeonsplatz und Siegestor präsentieren sich die 16 Bundesländer. Die 14 Bundesministerien, das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, der Kulturstaatsminister und der Beauftragte für Bürokratieabbau informieren über politische Vorhaben und die Arbeit der Ministerien.

Zeitgleich der Tag der offenen Moschee

Die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit finden seit 1990 jeweils in dem Bundesland statt, das den Vorsitz im Bundesrat innehat. Das ist bis Ende Oktober Bayern, so dass München in diesem Jahr zum zweiten Mal nach 1996 Gastgeber ist. Am 1. November übernimmt Baden-Württemberg turnusgemäß für ein Jahr den Vorsitz im Bundesrat.

Bundesweit öffneten wieder mehr als 600 Moscheen ihre Türen, um Besuchern einen Einblick in den Glauben und die Kultur der Muslime in Deutschland zu geben. Der "Tag der offenen Moschee" steht in diesem Jahr unter dem Motto "Islamische Kunst und Kultur". Die alljährlich am Tag der Deutschen Einheit stattfindende Aktion gibt es bereits seit 1997. Das Datum 3. Oktober wurde gewählt, um auf die religionsübergreifende Verständigung in Deutschland hinzuweisen.

sti/qu/haz (dpa,epd)